Freitag, 30. März 2018

Unterwegs (2)

Eigentlich hätte ich den drei jungen Männern (mutmaßlich vom indischen Subkontinent) in der Nähe des Stephansplatzes gern gesagt: "This is Europe! Respect our values! Free your ankles!" Hosenbeine bis zum Schuh bei 14 Grad Celsius, wo gibt’s denn sowas!

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Beim Ostermarkt am Hof gibt es einen Stand namens Käseparadies. Wenn das das Paradies ist, möchte ich nicht wissen, wie die Käsehölle riecht.


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Schade, dass die Menschen keinen Bezug zu Karfreitagsritualen mehr haben. Vielleicht würden ihnen sonst heute Fleisch, Wurst, Schinken und Speck noch besser schmecken.

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Wie intolerant von mir. Am Nebentisch bestellt jemand einen Cappuccino mit Sojamilch, und ich bin genervt.


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An mir ist es, andere zu nerven. Ich gebe Kellnern nach der Teebestellung eine Sanduhr mit, und wenn der Tee lange genug gezogen hat, presse ich den Teefilter mit meiner Teebeutelzange aus … Ha!

Mittwoch, 28. März 2018

Schnapsidee

In Deutschland werden jährlich 10.000 Kinder mit Schäden auf Grund des Alkoholkonsums ihrer Mütter geboren. Darum will die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Bier und Schnaps teurer machen.
Nun werden die Armen („Einkommensschwachen“) natürlich weiter saufen. Dann eben noch schlechteres Zeug. Oder einen noch größeren Teil ihres schwachen Einkommens dafür ausgeben. Statt also mit Preiserhöhungen vergebliche Disziplinierungsversuche zu unternehmen, sollte man einfach die Einkommen erhöhen. Dann würde auch weniger in der Schwangerschaft gesoffen.

Über mich selbst

Machen wir uns nichts vor. Meine Berufung ist es, anderen auf die Nerven zu gehen. Das kann ich, das will ich, also mach ich’s.

Deutsche: Was sie sind und wogegen

Schluss mit dem dummen Gerede von der „jüdisch-christlichen Prägung“. Das real existierende Deutschland ist vor allem atheistisch, agnostisch und religiös ungebildet. Ich bin überzeugt, das ist auch Grund für die Antipathie gegen den Islam: Man unterstellt den Muslimen, sie würden noch an etwas glauben und wollten sogar nach ihrem Glauben leben. Pfui Deibel!

Dienstag, 27. März 2018

Montag, 26. März 2018

Lebensarbeitszeit gendern?

Heute geborene Frauen werden, statistisch gesehen, fünf Jahre länger leben als heute geborene Männer. Sollten sie da nicht auch fünf Jahre länger arbeiten müssen? Man fragt ja nur … 

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Und bekommt zur Antwort: Dass ja nicht alle Arbeiten und Tätigkeiten, die (bezahlt oder unbezahlt) von Frauen und Männern geleistet werden, gesellschaftlich gleichgewichtig verteilt seien (Erziehung von Kindern, Pflege von Kranken und Alten, Kochen, Putzen und Harmonisierung von partnerschaftlichen, familiären, gesellschaftlichen Konflikten…); dass Frauen, auch wenn sie dieselbe bezahlte Arbeit machten, nicht das gleiche Gehalt und damit die selbe Rentenanwartschaft bekämen; dass in die Erforschung von Krankheiten, die vor allem Frauen träfen, nicht so viel Geld gesteckt werde wie in die Erforschung von Krankheiten, die vor allem Männer beträfen; und dass riskantes Verhalten in Bezug auf sich selbst und andere – mit allen gesellschaftlichen Kosten, die daraus resultieren – nicht vor allem von Frauen ausgehe.

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Darauf antworte ich fürs erste nur impressionistisch: Frauen, die unbezahlt für Männer arbeiten, schädigen den Sozialstaat. Ebenso Frauen, die vom Einkommen ihrer Männer leben (ein Viertel). Dafür soll man sie auch noch bedauern? Die Erforschung von Männerkrankheiten scheint allerdings gut voranzuschreiten, denn bei meinen seltenen Arztbesuchen sind schätzungsweise 9 von 10 Wartenden Frauen, die Männer also wohl schon weitgehend gesund.

Was wem was wert ist

Dass rund ums Mainzer Gutenbergmuseum um den Neubau eines „Bibelturms“ (um darin dauernd die beiden vorhandenen Gutenberg-Bibeln ausstellen zu können) gestritten wird, ist, ginge es nur um die Kosten, recht lächerlich: Für 5 Mio. kriegt man sonst höchstens 200 Meter Autobahn.

Glose LXII

Wie schön dass der Radiomoderator den Verfasser der Brockes-Passion mit langem O ausspricht. Verblüffend kenntnisreich für einen Österreicher. Wäre jetzt noch das E stumm, wär’s perfekt.

Sonntag, 25. März 2018

Neue Texte für alte Kinderlieder

Facebok in der Krise, saß und schlief. Armes Facebook, bis du krank, dass du nicht mehr g’scheit funktionieren kannst? Facebook, hüpf!
 
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Facebook, du hast die Daten gestohlen, gibst sie nicht mehr her, gibst sie nicht mehr her. Jetzt wird dich die Krise holen, mit dem Aktienkurseinbruch, mit dem Aktienkurseinbruch.

Donnerstag, 22. März 2018

Frühjahrsputz

Ich finde es sittlich erhebend, bei bei anderen von all den kleinen Begebenheiten und Erlebnissen beim Frühjahrsputz zu lesen. Das hat so was Hausfrauliches, Reinliches, Grundgesundes. Persönlich bin ich allerdings der im Laufe der Jahre mehr und mehr gefestigten Überzeugung, dass man so komplexe Dinge wie das Putzen getrost dem Personal überlassen sollte. In nachhaltiger Ermangelung eines solchen habe ich mich dann eben arrangiert. Beispielsweise sind der Staub und ich übereingekommen, dass ich ihn in Ruhe lasse, wenn er mich in Ruhe lässt. Schwer erreichbare Spinnweben ohne Bewohnerinnen lasse ich als gemütlich-bizarre Deko durchgehen. Das bisschen Teppich, das zwischen den Bücherstapeln erkennbar ist, staubsauge ich hin und wieder, was aber mehr symbolische Wirkung hat. Und überhaupt, der Mensch braucht ein bisschen Schmutz, um sich gegen die Unbilden des Daseins abzuhärten. Lang bewährte Unordnung ist ein Existenzial, in das man nicht leichtfertig eingreifen darf, sonst kommt alles durcheinander.

Dienstag, 20. März 2018

Montag, 19. März 2018

Notiz zur Zeit (182)

Ach, der Putin. Nicht mal richtig wahlfälschen kann er. Komplette Kontrolle über Behörden und Medien, und dann so ein mickriges Ergebnis! (Drei Viertel von zwei Dritteln sind ja bloß knapp die Hälfte.)

Samstag, 17. März 2018

Was gehört zu Deutschland?

Der notorische Ehebrecher S. ist „christlich geprägt“? In welcher Sekte?

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Eines steht fest: Der Cargo-Kult gehört zu Deutschland. Davon leben Amazon, Zalando e tutti quanti.

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Jetzt mal Hand aufs Herz: Gehören die Deutschen wirklich zu Deutschland?

Freitag, 16. März 2018

Notiz zur Zeit (181)

Bis jetzt macht Bundesheimatmuseumswärter Seehofer alles richtig. Genau dafür wurde er gewählt, genau das erwartet man von ihm. Scheiße, die vom Wesentlichen ablenkt.

Notiz zur Zeit (180)

Man sollte, was da in Russland abgehalten wird, nicht „Wahl“ nennen. Man sagt ja auch nicht, man habe seine wirtschaftlichen Verhältnisse kurzfristig neu geordnet, wenn einem genau genommen bloß die Brieftasche geklaut wurde.

Donnerstag, 15. März 2018

Jammern Rechte zu recht?

Nein. Ich verfolge keine „Andersdenkenden“. Ich stelle auch niemanden ins rechte Eck, der dort nicht schon Aufstellung genommen hat. Ich verteile keine Etiketten. Ich bin auch nicht gegen Meinungen, weil sie mir nicht „genehm“ sind. Ich spreche es bloß manchmal aus, wenn ich etwas für falsch halte, für dumm und menschenverachtend. Wenn das linke Meinungsvorherrschaft ist, bin ich dafür.

Montag, 12. März 2018

Notiz zur Zeit (179)

Dank Herrn Spahn wissen wir jetzt, dass die Armen gar nicht wirklich arm sind. Oder nicht arm genug, damit das ein ernstzunehmendes Problem wäre. Das ist zukunftsweisend. Vermutlich sind Obdachlose auch nicht richtig obdachlos, solange sie sich irgendwo unterstellen könnten. Und wer an einer Krankheit nicht rasch stirbt, simuliert bloß. Vielleicht sollte man die Tafeln verbieten, damit die Leute wieder lernen, was echter Hunger ist — und nicht bloß Unter- und Mangelernährung.

Nation?

„Kleiner als im Maßstab der Nation sollte man zumindest als konservativer Deutscher nicht mehr denken.“ (Simon Strauß) Siehstuwohl, ich bin so konservativ (aber undeutsch), dass mir die „Nation“ als neumodische Albernheit der revolutionären Bourgeoisie gilt …

Notiz zur Zeit (178)

Können die Briten den gar nichts mehr richtig machen? Der Chef der ösiländischen „Identitären“ hätte als Ein-Mann-Invasion auf der Stelle niedergemacht, nicht bloß festgenommen und zurückgeschickt werden müssen. You shall fight them on the beaches etc.

Sonntag, 11. März 2018

Trotz Winter

Knapp zweistellige Celsiusgrade, und die Leute müssen dringend draußen vor den Lokalen sitzen. Ob kalter Kaffee und kaltes Schnitzel wirklich besser schmecken, wenn auf Daunenjacke und Pudelmütze die Sonne scheint?

Klimawandel und Großer Austausch

Alle, die den Winter so verabscheuen, dass sie den Frühling kaum abwarten können (und Frühling gleich wie Hochsommer behandeln), müssten doch große Freunde des Großen Austausches sein, von dem die Rechten immer phantasieren. Wenn die Einwanderer aus dem Süden in die gemäßigten Breiten strömen dürften, würden doch Plätze an der Sonne frei …

Freitag, 9. März 2018

„Die meisten kommen her, um in die Sozialsysteme einzuwandern“

Ich weiß nicht genau, was bestimmte Leute meinen, wenn sie „Sozialsysteme“ sagen. Wenn sie die real existierende Sozialstaatlichkeit meinen, dann bedeutet diese ja wohl schlicht die gesetzlich geregelte Pflicht, vom Einkommen aus Erwerbsarbeit etwas abzugeben, um so die Möglichkeit zu finanzieren, das vielfach bedingte und eingeschränkte Recht in Anspruch zu nehmen, im Falle von Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit oder Alter Unterstützung zu erfahren. Pflichten und Rechte: Man spricht auch von Solidargemeinschaft. Ich weiß nicht, was daran schlecht sein soll. Oder daran, dass mehr Menschen Teil dieser Solidargemeinschaft werden. Bekanntlich zahlen Einwanderer insgesamt mehr in die Sozialversicherungen ein, als sie je herausbekommen. Und selbst wenn es anders wäre. Woher kommt denn eigentlich der gesellschaftliche Reichtum im Globalen Norden und die Möglichkeit, ihn ungerecht zu verteilen? Sind die Hiesigen einfach fleißiger und schlauer als die Dortigen? Will man im Ernst behaupten, nicht das ungeheure Unrecht des Weltwirtschaftssystems (inklusive seiner Nebenwirkungen Krieg und Terrorismus) bedinge die Wanderungsbewegungen von Süd nach Nord, sondern der böse Wille, die Gier der Zuwanderer, die die Einheimischen ausbeuten wollen? Ich begrüße die „Einwanderung in Sozialsysteme“ als Möglichkeit sklerotisierter Gesellschaften, sich zu verjüngen und die Solidargemeinschaft zu stärken, und als Chance, wenigstens ein kleines bisschen das strukturelle Ungleichgewicht von ausgebeutetem Süden und profitierendem Norden auszugleichen.
 
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Einwanderung in Sozialsysteme. Oder wie man auch sagen könnte: Integration.

Donnerstag, 8. März 2018

Zum Frauentag

„Immer mehr Frauen sind finanziell unabhängig: Im Jahr 2016 konnten 72 % der Frauen zwischen 25 und 55 Jahren von ihrem eigenen Einkommen leben. Zehn Jahre zuvor waren es 64 Prozent.“ (ARD-Text) Die gute Nachricht zum Frauentag: Immer weniger Frauen leben nur vom Einkommen ihrer Männer. Zwar sind es noch beachtliche 28 %, aber das wird bei der Diskussion des gender pay gap weiterhin verschwiegen werden …
 
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„Besonders häufig ohne Kinder blieben Frauen, die in der Informations- und Kommunikationsbranche arbeiten.“ (ARD-Text) Dafür kann ich mir eine Erklärung, die nicht misogyn wäre (und die Ausdrücke „Gesabbel“ und „untervögelt“ enthielte) nicht einmal vorstellen.

Mittwoch, 7. März 2018

Eines meiner Probleme: Ich kenne nicht die richtigen Leute. Ich kenne ja nicht einmal die falschen.

Deutschfeindlichkeit

„Eine Art Deutschfeindlichkeit“ meint ein Berliner Politiker in überwiegend von Ausländern bewohnten Gegenden Deutschlands feststellen zu müssen. Ich hielte das, wenn’s wahr ist, für Anpassung an die Leitkultur. Denn ich kenne kaum Deutsche, die Deutsche mögen.

Donnerstag, 1. März 2018