Mittwoch, 27. Dezember 2017

Das Gefasel vom „bezahlbaren Wohnraum“

„Wohnungen sind nicht selten ausschließlich Renditeobjekte, weshalb preiswerter, bezahlbarer Wohnraum fehlt. Mit solchem Wohnraum kann man nämlich nicht so viel verdienen! Das ist zynisch, im Letzten sogar menschenverachtend. Dies ist ein ganz dunkles Kapitel der aktuellen gesellschaftlichen Wirklichkeit. Wohnen ist ein Menschenrecht.“ (Rainer Maria Kardinal Woelki, Weihnachtsprediger)

So, ich erkläre es gern noch einmal: jede Wohnung ist „bezahlbar“, wenn man das nötige Geld dafür hat. Dass Mieten und Immobilienpreise „zu hoch“ seien, ist eine Behauptung, für die sich schwerlich ein Kriterium finden lässt. Die Wohnkosten verbrauchen in D. und Ö. durchschnittlich ein Drittel des Einkommens, heißt es. Und das seit langem unverändert, heißt es. Ein Drittel sei in Ordnung, heißt es. Fakt ist aber, dass nicht jeder so wohnt, wie er es gern täte, wenn er es sich leisten könnte. Fakt ist auch, dass viele fürchten, sich in Zukunft nicht mehr leisten zu können, wie sie jetzt wohnen. Also sind offensichtlich die Einkommen (und Vermögen) für die Erfüllung vorhandener Wünsche und die Abwehr bestehender Ängste zu gering. Dafür können aber Vermieter und Investoren nichts. In der Marktwirtschaft bilden sich Preise, das hat man doch mal gelernt, durch Angebot und Nachfrage. Hohe Nachfrage, hohe Preise. Und so schlecht scheint das Angebot auch nicht zu sein, denn bis jetzt bleiben die Immobilienmakler meines Wissens nicht massenhaft auf den „teuren“ Wohnungen und Häusern sitzen, sonst hätten sie ihr Geschäftsmodell ja schon längst verändert. Am Markt liegt’s demnach nicht, wenn so viele unzufrieden sind, der funktioniert, wie er (aus kapitalistischer Sicht) soll: Er schlägt möglichst viel Profit aus der Sache. In der Folge ist dann freilich nicht für jeden ein Schnäppchen dabei. Trotzdem wohnen doch fast alle irgendwie. Wer nun ums selbe Geld wie jetzt besser wohnen möchte als jetzt (oder auch in Zukunft genauso gut), muss halt so tun, als wäre Wohnraum keine Ware, sondern ein Menschenrecht. Vielleicht gibt’s dann was geschenkt. Stellt sich bloß die Frage: Von wem eigentlich?

Dienstag, 26. Dezember 2017

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Adventgedanken

„Zu einem richtigen Weihnachten gehört“ — nach dem Verständnis der Leute — anscheinend alles Mögliche, aber nicht notwendig die Geburt des Erlösers.
 
* * *
 
Das mit der Abschaffung des Advents und der Verkitschung von Weihnachten hat der Teufel ziemlich gut hingekriegt.

Dienstag, 19. Dezember 2017

Ab ins Kaqueh!*

Wiens Vizebürgermeister Gudenus von der FPÖ wünscht sich, dass Flüchtlinge in Zukunft nicht mehr in Wohnungen irgendwo in der Stadt untergebracht, sondern in „Quartieren" am Stadtrand konzentriert werden.
Solche Konzentrationsquartiere (KQ) können natürlich nur ein erster Schritt sein. In einer zweiten Phase werden Flüchtlinge einmal am Tag in die Stadt getrieben, um auf öffentlichen Plätzen von den Einheimischen angespuckt werden zu können.
 
*Für reichsdeutsche Leser: Kakuh.

Samstag, 16. Dezember 2017

Eigentumsverschiebungen

USA erklären die „Klagemauer“  zu israelischem Staatsgebiet, Grönland schenkt Madagaskar den Grand Canyon und Malaysia erklärt, Mount Rushmore sei selbstverständlich ein Teil von Peru. Achtung, eine von den drei Absurditäten ist Realität!

Freitag, 15. Dezember 2017

Wie in der guten alten Zeit

In Deutschland sind die Einkommensunterschiede so groß wie zuletzt 1913. Da muss man verdammt aufpassen, dass nächstes Jahr in Sarajewo kein Erzherzog erschossen wird.

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Tatsachenverdrehung (IV)

„Wer das Existenzrecht Israels leugnet, greift auch die Bundesrepublik an.“ (Die Zeit) Und das wäre ja gaaanz furchtbar, wenn es keinen deutschen Staat gäbe, nicht wahr?

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Smoking gun

Dass auf Verlangen der FPÖ das völlige Rauchverbot in der Gastronomie nun doch nicht kommt, bestätigt meine alte These (die Nikotinsüchtige naturgemäß nicht gerne hören), dass nämlich Rauchen faschistisch ist.

Dienstag, 12. Dezember 2017

Tatsachenverdrehung (III)

Derzeit ist naturgemäß die Gelegenheit, für Deutschlands hauptberufliche Dummschwätzer*innen, sich zu Wort zu melden. „Deutschland ist ein offenes und tolerantes Land.“ Das ist mir erstens völlig neu und widerspricht einer Fülle von Erfahrungen, zweitens freut man sich schon auf das Aber, das einer solchen selbstverliebten Selbstverkennung unweigerlich folgt. „Aber wer in Deutschland leben will, muss sich unserem Wertekonsens verpflichten.“ Eine Begründung, warum das so ist, wird selbstredend nicht geboten. Ist einfach so: Entweder du hast dieselben Werte wie „wir“ oder du hast dein Existenzrecht verwirkt. Was mit Schurken, die nicht deutsch genug werten, passieren soll, sagt die Autorin nicht: Nur Deportieren? Oder gleich Vergasen? Mit beidem kennen Deutsche sich ja aus. Einer Journalistin jedenfalls passiert so eine Formulierung („wer … leben will“; das Gegenteil von leben ist bekanntlich sterben) nicht einfach, das ist tief im Wertekonsens der Volksgemeinschaft verankert. Aber was ist überhaupt das todeswürdige Verbrechen, um das es hier geht? „Wer den Davidstern in Deutschland verbrennt, steht außerhalb der Meinungsfreiheit.“ Meiner Meinung nach ist das Blödsinn. Verbrannt wurde die Fahne des Zionismus und des Staates Israel, nicht „der Davidstern“, also nicht ein Symbol einer Religion oder Bevölkerungsgruppe, sondern das Symbol eines kolonialistischem, rassistischen Bewegung und eines genozidalen Terrorstaates. Gibt es etwas Perverseres als dieses deutsche Gesindel, dass sich unter Berufung darauf, einst als Nation Millionen Menschen umgebracht zu haben, das moralische Recht zuschreibt, sich auf die Seite von Mördern zu stellen?

Tatsachenverdrehung (II)

Absurd. Der Zentralrat der Juden in Deutschland erklärt das Verbrennen israelischer Fahnen für „antisemitisch“. Das heißt, er setzt „jüdisch“ und „israelisch“ gleich. Und gibt damit jenen Verblödeten Recht, die meinen, ihre Gegnerschaft gegenüber israelischer Politik berechtige sie, gegen „die Juden“ zu sein.

Sonntag, 10. Dezember 2017

Gesinnungsgenossen

Dass Österreichs oberster Nazi (und wohl bald Vizeregierungschef) dafür eintritt, Österreichs Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, überrascht mich nicht. Gesindel findet bei anderem Gesindel immer seine Gesinnungsgenossen

„Kauft nicht bei Israelis (wenn sie Araber sind)!“

Der israelische Minister Avigdor Liberman ist um keinen Deut besser als die Nazis in den 30er Jahren. Seit langem versuchen Zionisten und ihre Helfershelfer, die BDS-Bewegung dadurch zu diskreditieren, dass sie wahrheitswidrig behaupten, der Aufruf zum politischen, ökonomischen und kulturellen Boykott des israelischen Besatzungsregimes sei eine Wiederholung des nazistischen „Judenboykotts“. Jetzt ruft Liberman jüdische Israelis dazu auf, nicht mehr bei arabischen Israelis einzukaufen. DAS entspricht nun tatsächlich eins zu eins dem nazistischen „Deutsche, kauft nicht bei Juden!“ Wer immer noch leugnet, dass der „jüdische Staat“ notwendig ein rassistischer Staat ist, könnte jetzt einmal mehr eines Besseren belehrt sein — wären Zionisten und deutsche „Israelfreunde“ nicht so fanatisch irrational und realitätsfremd.

Samstag, 9. Dezember 2017

Tatsachenverdrehung (I)

Wer das Verbrennen von Israel-Flaggen für „antisemitisch“ erklärt, übernimmt die Ideologie des Zionismus, wonach jeder Jude kraft völkischer Zugehörigkeit eigentlich ein Israeli und der Staat Israel der Vertreter und Sprecher aller Juden ist.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

#notwithme

Was für grauenhaft dreckige Zeiten, in denen, wenn es um „Sexualität“ geht, beliebige Vorwürfe immer schon als erwiesene Vorfälle gehandelt werden und Anschuldigungen sofort als Verurteilungen wirksam sind. Hysterisch-selbstgefälliger Terror wie in den Hochzeiten der Französischen Revolution, des Nazismus, des Stalinismus (wenn auch erfreulicherweise unblutig): Wenn’s zur Sache geht, interessieren Unschuldsvermutung und andere rechtsstaatliche Kinkerlitzchen nicht. Die Sache ist die der Konformierung einer marktgerechten Sexualität, die von allen Widersprüchen, Ungerechtigkeiten, Unangemessenheiten, Verwerflichkeiten gereinigt ist. Konsumismus und Puritanismus verschmelzen in einem kontrollierten Hedonismus. Selbstverständlich geht es um Macht, aber offensichtlich ist sie nicht auf Seiten der Beschuldigten und Schuldigen, sondern ihrer selbsternannten Opfer. Lebten wir, wie behauptet, in patriarchalen Verhältnissen, fände #metoo nicht statt. Feminismus funktioniert als Selbstverständlichkeit, ist fester Bestandteil der aktuellen Ideologie. Die Totalität der Rechte (des Rechte-Habens) zersetzt die Universalität des Rechts (des Gerecht-sein-Sollens) und bedeutet in der Praxis Rechtlosigkeit der Verworfenen. Unrecht wird damit in den seltenste Fällen beseitigt. Wohl aber Dissidenz.

Dienstag, 5. Dezember 2017

Pflicht und Schuldigkeit

Wenn alle, die der SPD jetzt erklären, dass sie unbedingt regieren müsse, sie auch gewählt hätten, könnte sie allein regieren.

Antiasylverfahren

Derzeit wird „in den Medien“ gern über die hohe Zahl von Einsprüchen gegen ablehnende Asylbescheide in Deutschland berichtet und darüber, was die Gerichtsverfahren kosten. Stattdessen sollte die Berichterstattung sich darauf konzentrieren, warum so viele Entscheidungen von „Entscheidern“ vor Gericht nicht Stand halten. Was für eine bizarre Maschinerie leistet sich der Staat da, um Menschen zu schikanieren und womöglich ins Unglück zu stürzen.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Ewig heutig

Die fieberhafte Berichterstattung vom AfD-Parteitag auf allen Kanälen erscheint mir überflüssig. Man hätte auch einfach auf ARD alpha oder so nen Riefenstahl-Film zeigen können, und gut is.

Freitag, 1. Dezember 2017

Ihr Kinderlein, kommet nicht

Die Adventszeit steht kurz bevor, bald wird das Fest der Geburt Christi gefeiert. Wen wundert’s da, dass eine große Zahl von Mitgliedern des deutschen Bundestages dafür eintritt, das Verbot der kommerziellen Werbung für Kindsmord abzuschaffen. Wohl nach dem schönen alten Slogan: „Hätt’ Maria abgetrieben wär’ und was erspart geblieben!“