Samstag, 21. Juli 2018

Ursache und Wirkung im sogenannten Nahostkonflikt

Wenn Zionisten (und Prozonisten) auf die Verbrechen gegen die Bevölkerung des Gaza-Streifens angesprochen werden, rechtfertigen sie noch die schlimmsten Dinge stets mit der „Terrororganisation Hamas“. Dass diese (wie der Name „Islamische Widerstandsbewegung“ schon sagt) als Reaktion auf Israels Besatzungspolitik gegründet wurde und also nicht deren Ursache sein kann, fällt dabei unter den Tisch. Man muss die Hamas nicht mögen, um die Berechtigung des Kampfes gegen Unterdrückung, Mord und Zerstörung anzuerkennen.

Donnerstag, 19. Juli 2018

Neue Antisemitismus-Studie

Nimmt der Antisemitismus zu? Wenn man Kritik an israelischer Politik als Antisemitismus“ definiert, nimmt der Antisemitismus“ zu, das stimmt. Nur ist daran nichts Schlechtes (außer der falschen Definition).

Sonntag, 15. Juli 2018

Notiz zur Zeit (198)

Verrückte Euphorie über das „autonome“ Fahren (das ja eigentlich heteronomes Fahren heißen müsste)! Wer je erlebt hat, was für Mätzchen relativ primitive Geräte (wie etwa eine Kaffeemaschine oder ein Drucker) aufführen können, kann doch nicht wirklich glauben, dass massenweise Automaten problemlos und sicher durch den Straßenverkehr steuern werden.

Samstag, 14. Juli 2018

Notiz zur Zeit (197)

Ja, freilich, bevor die Rechtspopulisten kamen, war im Westen alles voll super. Es gab keinen Neoliberalismus, keinen Reagan, keine Thatcher, keinen Kohl. Alle Menschen waren weltoffen, unverzagt und voll die linksliberalen Demokraten. Niemand wurde ausgebeutet (schon gar nicht auf anderen Kontinenten), es gab keine Umweltzerstörung (schon gar nicht usw.) und das Fernsehprogramm war auch besser. Oder? Ich sage nicht, der Rechtspopulismus sei kein Problem und habe nichts verschlimmert. Aber im Grunde bringt dieser Abschaum nur zum Vorschein, was längst vorhanden und längst, wenn auch anscheinend in weniger deutlichere Gestalt, wirksam war.

Freitag, 13. Juli 2018

Notiz zur Zeit (196)

Der gegenwärtige Staatsterror gegen Seenotrettung ist nur ein Aspekt. Aber vielleicht eine Gelegenheit zu kapieren, dass die Verhältnisse, von denen der Globalen Norden profitiert, prinzipiell (und nicht bloß zufällig und unwesentlich) grausam und mörderisch sind.

Montag, 9. Juli 2018

33 Vorschläge zur Verbesserung der Welt

1. Tut Gutes und unterlasst Böses.
2. Behandelt andere so, wie ihr von ihnen behandelt werden wollt.
3. Tötet keine Menschen.
4. Hört auf zu lügen.
5. Betrügt weder euch selbst noch andere.
6. Achtet das rechtmäßige Eigentum anderer.
7. Helft einander, wenn ihr könnt.
8. Nehmt Rücksicht.
9. Kümmert euch umeinander, aber belästigt einander nicht.
10. Seid höflich, aber nicht heuchlerisch.
11. Seid bescheiden und sogar demütig, aber nicht selbstquälerisch.
12. Seid großzügig, wenn ihr könnt, und sparsam, wenn ihr müsst.
13. Arbeitet miteinander, nicht gegeneinander.
14. Beutet einander nicht aus.
15. Belastet eure natürliche Umwelt so wenig wie möglich.
16. Greift in die natürlichen Verhältnisse nach Möglichkeit nur so weit ein, dass eure Eingriffe reversibel sind.
17. Nützt natürliche Ressourcen nach Möglichkeit so, dass das, was ihr verbraucht, erneuerbar ist.
18. Duldet keine Einkommensunterschiede, solange nicht alle gemeinsamen Aufgaben erledigt und die Grundbedürfnisse* von jedem befriedigt sind.
19. Gestaltet euer Zusammenleben so, dass niemand von anderen beherrscht wird.
20. Entscheidet gemeinsam, was alle angeht.
21. Lasst jeden über seine eigenen Angelegenheiten selbst entscheiden.
22. Unterstützt die Schwachen und nützt die Starken.
23. Seht einander eure Schwächen nach und setzt eure Stärken füreinander ein.
24. Nützt eure schöpferischen Kräfte, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
25. Erwerbt vorhandenes Wissen und versucht, neues zu entdecken.
26. Bewundert das Schöne und versucht, es zu vermehren.
27. Bedenkt eure Endlichkeit und die der anderen.
28. Empört euch über Unrecht und engagiert euch dagegen.
29. Kritisiert, damit etwas besser wird.
30. Lobt Gelungenes und gute Absichten.
31. Nennt Missstände beim Namen und geht gegen sie vor.
32. Seid aufrichtig, unbestechlich und selbstkritisch.
33. Trauert über Trauriges, lacht über Lustiges, aber seid vor allem heiter, freundlich und aufmerksam.


* Essen und Trinken, Kleidung, Obdach, Versorgung und Behandlung bei Krankheit, Behinderung und Altersschwäche, Zugang zu Bildung und Unterhaltung.

Beiläufig drei grundsätzliche Gedanken

Zunächst: So etwas wie religiöse Neutralität des Staates gibt es nicht und kann es nicht geben. Wenn eine Religion sagt: Alle Menschen müssen X., und der Staat sagt: Nö, müssen sie nicht, dann ist der Staat schon nicht mehr neutral, egal, ob er ansonsten selbst positive religiöse Normen unterstützt und durchsetzt oder sich nur negativ dazu verhält.

Weiters: Wenn religiöse Menschen nicht dasselbe Recht haben, überall wo sie wollen, Symbole ihrer Überzeugung oder ihrer Tradition zu zeigen, wie nichtreligiöse Menschen, die überall die Symbollosigkeit ihrer religiösen Überzeugungslosigkeit zur Schau tragen dürfen, dann wird zweifellos diskriminiert.

Und drittens: Es gibt viele Gründe für Frauen, Kopftücher, Schleier usw. usf. zu tragen oder nicht zu tragen. Daraus immer eine weltanschauliche Demonstration zu machen, ist eine vereinseitigende Deutung durch Öffentlichkeit und Behörden, die über das Selbstbestimmungsrecht von Personen einfach drüberfährt. Wenn ein Schwuler ein rosafarbenes T-shirt trägt, mag das bei bestimmten Gelegenheiten etwas demonstrieren; aber nicht jeder Mann, der ein rosafarbenes T-shirt trägt, ist deswegen schwul.

Donnerstag, 5. Juli 2018

Nie wieder?

Der großartige Erfolg der Erinnerungspolitik und öf fentlichen Gedenkkultur zeigt sich nicht zuletzt an der deutschen und österreichischen Flüchtlingspolitik. Man könnte all die Denkmäler, Gedenktafeln und Stolpersteine jetzt genauso gut wieder entfernen.

Mittwoch, 4. Juli 2018

Aufgeschnappt (bei Wiktor Martinowitsch)

Die Freiheit beschränkt sich auf die analoge Welt: Anrufe auf Festnetztelefone und Briefe auf Papier. Hundegebell ist ein Frü hwarnsystem, das sich nicht knacken und ausschalten lässt. Wenn du deine Zeitung auf Papier liest, liest sie zumindest nicht gleichzeitig dich.

Montag, 2. Juli 2018

Notiz zur Zeit (195)

Hören die Leute sich eigentlich zu, wenn sie reden? „Verteilung von Flüchtlingen“ — Menschen verteilt man nicht wie Hustenbonbons. (Was man bei solchen Redensunarten allerdings verteilen möchte, sind Ohrfeigen.)

* * *

„Grenzen schützen“! Vor wem denn? Vor erschöpften, schlecht genhrten, schlecht angezogenen Flüchtlingen, die weniger mit sich führen, als sie tragen könnten? Vor denen muss irgendwer geschützt werden, die bedrohen irgendwen, gefährden irgendwas? Die spinnen, die Europäer.

* * *

Wie verroht und verdummt muss man sein, um es für eine Selbstverständlichkeit zu halten, dass Flüchtlinge nicht in den Ländern Zuflucht erbitten können, in denen sie selbst das möchten?
 
* * *

Für jedes „Flüchtlingsproblem“ gäbe es sofort eine Lösung, wenn die, die etwas zu entscheiden haben, sich auch nur einen Augenblick lang vorzustellen bereit wären, sie selbst wären in der Lage von hilfsbedürftigen Geflüchteten. Stattdessen behandeln sie Menschen als anonyme Verfügungsmasse ihrer Politspielchen, mit denen sie von den wirklichen Problemen ablenken. Fahrt zur Hölle!
 
 * * *

Darüber, dass möglichst wenig Fremde ins Land kommen sollen, sind sie sich völlig einig. Sie streiten nur darüber, wie man das am niederträchtigsten anstellt. Kann man Ablenkungs— und Ressentimentbedienungspolitik eigentlich noch widerwärtiger gestalten, ohne gleich zu Mord und Totschlag überzugehen?
 
* * *

Warum führt man in Europa nicht einfach die Sklaverei ein? Das wäre ehrlicher. Und kostengünstiger!
 
* * *
An die gute alte Zeit, in der der eine oder andere nicht ins rechte Eck gestellt werden wollte, erinnert man sich wehmütig in Zeiten, wo sich so viele darum prügeln, möglichst weit rechts stehen zu dürfen.

Sonntag, 1. Juli 2018