Donnerstag, 8. Dezember 2016

8. Dezember

Kein Wunder, dass den Leuten dieses Fest gleichgültig ist, das sie es nur als Störung im vorweihnachtlichen Rhythmus des Verkaufens und Kaufens wahrnehmen können. Das Festgeheimnis übersteigt ihren Horizont. Die allermeisten Menschen im angeblich christlich geprägten Europa gäben wohl, nach der Unbefleckten Empfängnis befragt, ohne großes Bedenken an, dabei handle es sich um die (vermutlich ehr als lächerlich wahrgenommene) Vorstellung, dass Maria und Josef nicht gefickt hätten, als es zur Zeugung Jesu kam. Falsche Antwort! Nicht um die Zeugung Jesu, sondern um die Mariens geht es, und diese ging auf ganz natürlichem Wege von statten: Joachim penetrierte Anna, ejakulierte, und von einem Spermium eine Eizelle befruchtet, die sich dann einnistete. So weit alles ganz normal. Nur dass nach dem Glauben der Kirche Gott, die Person, die den Erlöser gebären sollte, Maria, im Hinblick auf die Erlösungstat ihres Sohnes, also Kreuzestod und Auferstehung, schon im Augenblick ihrer Zeugung vom Makel der Erbsünde bewahrt war. Während wir anderen Kinder Evas unter dem Joch auch der Sünden stehen, die wir nicht begangen haben, bis wir eben durch Christus davon befreit werden, sollte die Kette der Schuld schon beim Maria durchbrochen werden, damit der zukünftige Erlöser nicht von einer Sünderin geboren werde. So weist Mariä Empfängnis auf Weihnachten voraus. Wie aber kann das in einer Welt, in der Weihnachten nicht das Fest der Menschwerdung Gottest ist, sondern eines der Familie, der Geschenke, der Sentimentalität, wie kann in einer Welt des Konsums und Selbstbetrugs die Unbefleckte Empfängnis noch zum Fest werden? Von Sünde und Schuld, von Erlösungsbedürftigkeit will niemand etwas hören. Schon gar nicht davon, was es kosten würde, der Erlösung teilhaftig zu werden. Ho, ho, ho!

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