Die Fähigleit der Leute, mir auf die Nerven zu gehen, ist schier unbegrenzt. Sie verfügen offensichtlich über ein unerschöpfliches Reservoir an schlechten Gewohnheiten und eine unerhörte Begabung für spontanes Fehlverhalten. Ihre Rücksichtslosigkeit, ihre Unbildung und ihre abstoßenden Vergnügungen sind legendär. Sie schweigen nur, wenn sie reden sollst, ansonsten schwatzen sie unentwegt. Rülpsen, schniefen, furzen, dass es nur so eine Art hat. Aber am übelsten ist es um ihr Denken bestellt, sofern man von einem solchen überhaupt sprechen kann. Je blöder ein Gedanke, desto sicherer wird er gedacht. Und geäußert.
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Mittwoch, 11. März 2026
Freitag, 30. Januar 2026
Übrigens (7)
Ich bin recht dankbar dafür, dass Verlage oft sogenannte Leseproben zur Verfügung stellen. Denn ab und zu lese ich irrgendwo etwas über einen Roman, meist eine Rezension, und denke mir, wenn dort gelobt wird: Wie schlimm ist es wirklich? Eine Leseprobe erlaubt mir dann, mit eigenen Augen zu sehen, wie es um den Text steht. Das ist naturgemäß nur ein kleiner, fast zufälliger Eindruck (die Leseproben sind ja fast immer bloß die ersten Seiten eines Buches), also nur eine unmethodische Stichprobe. Und darum nur in dem Maße aussagekräftig. Wenn mir aber schon im ersten Absatz Tempusfehler, falsche Konjunktive, ungelenke Wortwahl und stilistische Affigkeit entgegentreten, reicht mir das. Ich bin kein Literaturkritiker. Ich muss nicht alles lesen, was man so liest. Ich darf mich entscheiden. Und ich entscheide mich dagegen.
Dabei ist so eine Leseprobe sozusagen nur ein weiterer Beleg. Ich habe gelernt, schon anhand einer Rezension zu ahnen, ach was, zu wissen, wie schlecht die Prosa ist, die da angepriesen wird. Ich darf mich zum Glück darauf verlassen, dass der Geschmack meiner Zeitgenossen zielsicher meinem entgegengesetzt ist. Je übler der Dreck, desto erfolgreicher. Erst die Jubelrezensionen, dann die Umsatzzahlen, dann die Buchpreise. Untrüglich Indizien des Minderwertigen. Auch dafür bin ich dankbar.
Freitag, 11. Juli 2025
Übrigens (6)
Im Tefau spricht ein Fachmann vom Mittagsschlaf und seinen Vorzügen. Ich höre mit Wohlgefallen zu. Darum also bin ich so klug und ausgeglichen, so, so. Dann aber redet der Kerl was von zehn bis 20 Minuten. Das ist doch kein Mittagsschlaf! Das ist ja mehr wie Hinfallen und mühsam wieder Aufstehen.
Übrigens (5)
Kennen Sie das? Sie sind ein bisschen krank sind und erzählen anderen davon, wie es Ihnen geht und ergangen ist, mit allerhand sehr erhellenden Einzelheiten, und die anderen antworten darauf, indem sie erzählen, wie es ihnen ging. als sie dasselbe hatten, aber mit ganz anderen Einzelheiten, und Sie ärgern sich ein bisschen, weil die Leute offensichtlich nicht einmal richtig krank sein können, mit den richtigen Symptomen und Verläufen, und vor allem wundern Sie sich, wozu einem die Leute das alles erzählen. Kennen Sie das?
Dienstag, 1. Juli 2025
Übrigens (4)
Mein Text „Wenn das Literatur ist“ ist wirklich grässlich; selbstgerecht, pseudolustig, argumentfrei und jämmerlich misogyn. Und das Schlimmste: Auf den Ausdruck „Lese-Else“ bin ich auch noch mächtig stolz. Er ist übrigens selbstverständlich auch gut „(m/w/d)“ zu verwenden.
Donnerstag, 26. Juni 2025
Übrigens (3)
Ich bin, wie ich bin. Ich hätte es schlechter treffen können. Aber auch besser. Viel besser.
Mittwoch, 18. Juni 2025
Übrigens (2)
Ich habe nie gesagt, ich könnte das auch. (Einen Beststeller schreiben.) Ich sagte, ich könnte das auch, wenn ich wollte. Wohl wissend, dass ich das niemals wollen würde.
Übrigens (1)
Ich schaue fast täglich die Nachrichten, um zu wissen, was ich glauben soll, was nicht passiert ist.
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