Soviel Liebe ist in der Welt, und doch dampft die Erde von Blut, zerfetzte Leiber düngen ihren Boden, Männerleichen, vom Feuer verkohltes Fleisch, zerschlagene Knochen, durchbohrte Herzen, vom Wasser aufgetriebene Bäuche, vom Gas auseinandergerissene Lungen, von Ratten angenagte Gesichter, verweste Körper, in Drahtverhauen aufgespießt bei lebendigem Leib ― das ist die Front, an welche die Sklaven getrieben werden, um die letzte, gründlichste Arbeit für ihre Herren zu tun, um für sie, ihren Reichtum und ihre Macht, zu töten und zu sterben.
BRONIOBLOG
Stefan Broniowski gibt seinen Senf dazu.
Donnerstag, 23. Juli 2026
Unterwegs (43)
Ich kann selbstverständlich nicht sagen, ob die „Dame“, die sich in der U-Bahn-Station neben mich auf die Bank setzte, wirklich eine Sexarbeiterin war oder ob das nur ihr ästhetisches Ideal bildete, dem mit viel Aufwand nachzueifern sie sich erfolgreich bemüht hatte. Jedenfalls stank sich außerordentlich nach grauenhaftem Parfum. Nuttendiesel wäre zu wenig gesagt, es war eher etwas, was gegen jede Konvention über das Verbot von C-Waffen verstößt. Ich musste, um nicht zu ersticken, rasch aufstehen und weggehen. Überhaupt sind offensichtlich chemische Kampfstoffe und die vielfältigen Körperbemalungsmittel viel zu billig, wenn man den ebenso übermäßigen wie katastrophalen Gebrauch beobachtet, den so schrecklich viele Frauen davon machen. Aber nun gut, wenn's bei der Erwerbsarbeit hilft oder beim privaten Bemühen, etwas zwischen die Beine zu bekommen, dann muss es wohl sein. Schön ist das für an den Präsentations- und Aquisitionskämpfen völlig unbeteiligte zivile Opfer wie mich nicht.
Man sollte annehmen, die Tattauierung als uralte Kulturtechnik habe die Sache mittlerweile insofern im Griff, dass es zwar selbstgewählte Geschmacksentgleisungen und handwerkliche Unbeholfenheit gibt, aber keine Verfahrensfehler. Falsch gedacht. Irgendwas geschieht im Laufe der Zeit mit der Tinte und dem, was sie darstellen sollte. Was auch immer Menschen bezwecken, die sich in ihre Waden Bilder stechen lassen, irgendwann haben sie es fast immer erreicht, dass das, was sie zeigen, nur noch formlosem roadkill gleicht. Einer überfahrenen Erdkröte etwa. Lediglich klare Schriftzüge entziehen sich dem, am besten chinesische; aber warum sich die Leute „Süß-saures Schweinfleisch mit Reis“ aufs Bein schreiben lassen, verstehe ich trotzdem nicht …
Dienstag, 21. Juli 2026
Die AfD einfach verbieten?
Viele wünschen sich ein Verbot der AfD. Der liberale und demokratische Rechtsstaat, heißt es, dürfe sich doch wohl wehren gegen die, die ihn verachten, die ihn aushöhlen und abschaffen wollen, ja er müsse sich sogar wehren, und dafür sei das rechtsstaatliche Mittel des gerichtlichen Verbots einer verfassungswidrigen Partei angemessen und zwingend.
Nun habe ich nicht den geringsten Zweifel, dass die AfD widerwärtig ist, illiberal, autoritär, nationalistisch und rassistisch, und ich bin durchaus der Meinung, dass es sie nicht geben sollte und nie hätte geben dürfen. Bezüglich eines Verbots dieser Partei aber, gegen das ich keineswegs bin, das ich sogar mit Wohlgefallen betrachtete, wenn es nur endlich dazu käme, habe ich folgende Bedenken:
Erstens. Man kann eine Partei verbieten, aber damit verschwinden weder deren Personal noch, und das ist das Entscheidende, deren tatsächliche und potenzielle Wählerschaft. Denn das ist ja das noch Widerwärtigere als die Widerwärtige der die AfD bildenden Dummköpfe und Bösewichter: dass es Menschen in großer Zahl gibt, die der solche Leute mit solchen Ansichten, solchem Gebaren und solchen Forderungen schon gewählt haben und noch wählen wollen. Das bedeutet nämlich, dass ein Viertel, ein Drittel oder ein noch höherer Anteil der Bevölkerung sich nicht nur nicht an illiberalen, autoritären, nationalistischen und rassistischen Positionen stört, sondern diese sogar befürwortet.
Nun ist Quantität gewiss kein Argument. Außer in einer Demokratie, in der angeblich die Mehrheit entscheidet und die Minderheit sich in politischer Reife zu fügen hat. Doch interessanterweise wurde den um die Demokratie besorgten Bürgern und Politikern die AfD immer mehr zum Problem, je mehr Leute sie wählten, je demokratisch legitimierter also (gemäß dem Konzept der Mehrheitsdemokratie) die AfD wurde. Und wie es scheint, wird der Wunsch nach einem Parteiverbot umso dringender, je näher die AfD durch ihren Stimmenanteil der Erschwerung der Bildung von Koalitionen oder gar der rechnerisch nahegelegten oder erzwungenen Regierungsbeteiligung kommt.
Nachdem Millionen Menschen für sie gestimmt haben, die AfD zu verbieten, ist eine klare Ansage an die Wähler: Eure Stimme zählt nicht. Ihr habt nicht richtig gewählt. Ihr habt, indem ihr in allgemeinen, freien, gleichen und geheimen Wahlen die Demoktiefeinde gewählt habt, euer Recht auf Vertretung verloren, bis ihr wieder so wählt, wie andere auch. Was macht das mit den AfD-Wählern?
Die ja, wie gesagt, auch nach einem Verbot der AfD noch da wären und, eEgal, ob und wie es zu Ersatzbildungen und Verschiebungen kommt, ein Potenzial darstellen, das genützt werden kann. Ein Parteiverbot ändert an den Einstellungen, Wünschen und Ressentiments der Leute nicht, es verunklart und versteckt nur, macht den Rechtsextremen und Rechtspopulisten (wenn man da unterscheiden will) vielleicht vorübergehend ein paar organisatorische Probleme, löst aber nicht nicht das zu Grunde liegende Problem einer massiven Neigung viel zu vieler zu Rechtsextremismus und Rechtspopulismus (wenn man da unterscheiden will).
Zweitens. Selbstverständlich löst ein Verbot der AfD überhaupt kein einziges der in der BRD bestehenden politischen, sozialen, ökonomischen, kulturellen, technischen und sonstigen Probleme. Sozialabbau, Verfall der Infrastruktur, Bildungsmisere, Einkommensschere, Vermögensverteilung und und und ― all das bleibt und wird von einem Parteiverbot nicht im mindesten berührt. Gewiss würde ein Machtübergabe an die AfD alles noch schlimmer machen, aber was jetzt schon schlimm ist, ist schon schlimm genug. Das Bessere ist der Feind des Guten, sagt man, doch das Schlimmere ist nicht der Feind des Schlimmen, wenn dieses nur dessen ohnehin nach und nach auf Schlimmeres zusteuernde Variante ist. Denn im Grunde machen Schwarz, Rot, Grün schon seit Jahren das, was die AfD will, nur halbherziger, zögerlicher, eher zufällig abgefedert durch kleine Anfälle von symbolischer Klientelpolitik und rechtsstaatliche Rücksichtnahmen: weniger Ausländer, weniger Arbeitnehmerrechte, Sozialabbau, Kürzungen bei Bildung und Kultur, mickrige Klimapolitik, schlappe Energie- und Verkehrspolitik, stattdessen Kuschelkurs mit Fossilkartellen und Technologiekonzernen, die enorme Ressourcen verschlingen und Arbeitsplätze vernichten.
Drittens. Ein Verbot der AfD wäre ein Geschenk an genau die Parteien, die die AfD überhaupt erst möglich gemacht haben und ihr, siehe oben, halbwegs zuarbeiten und bewusst oder unbewusst hinkend und stolpernd vorauseilen. Nicht, dass irgendetwas besser würde, wenn etwa CDU/CSU weit unter 20 oder 15 Prozent rutschten und die SPD womöglich an der Fünfprozenthürde scheiterte. Verdient hätten sie es freilich. Es wird darum also garantiert nichts besser, wenn die bisherigen Wählerstimmen für die AfD sich wieder auf die anderen Parteien oder die Nichtwähler verteilen. Dass die AfD nicht in die Position kommt, dass ohne sie nicht oder nur in einer allgemeinen Restparteien-Koalition regiert werden kann, hinge wohl davon ab, dass von den jetzigen Regierenden (und ihre demokratischen Opposition) Politik gemacht würde, die glaubwürdig anders ist als das, was die AfD fordert und nicht nur ein schwacher Aufguss davon ohne Problemlösungskompetenz.
Viertens. Dass der liberaldemokratische Rechtsstaat legitimiert ist, seine Feinde zu bekämpfen, hat im Wesentlichen zwei mögliche Begründungen. Entweder er ist es, weil er es in den von ihm gesetzten Gesetzen so festlegt. Das wäre ein zirkuläre Argumentation. „Die freiheitlich-demokratische Grundordnung muss geschützt werden, weil sie ein schützenswertes Gut ist." Oder aber der Staat ist legitimiert, weil über ihm und seinen Gesetzen ein höheres Recht steht. Welches Recht wäre das? Ein natürliches? Ein göttliches? Ist der Staat eine natürliche Gegebenheit? Oder besteht er von Gottes Gnaden?
Das berüchtigte „Böckenfördesche Diktum“ lautet: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ Anders gesagt, der Staat setzt sich und seine Ordnung als einen Wert, der geschützt werden darf und muss. Er kann das aber nicht im Voraus begründen, weil er um dazu existieren müsste, bevor er existiert. Er setzt sich und erklärt dann, dass er notwendig ist.
Dass muss man ihm nicht glauben. Ich galube es ihm nicht, Erstens wegen seines Verhalten uns zweitens aus Prinzip.
Erstens ist es bemerkenswerterweise gerade der liberal-demokratische Rechtsstaat, der die AfD schützt (Polizei rückt beispielsweise an, wenn gegen die Gefahr für die Demokratie demonstriert wird) und ihr institutionelle Plattformen bietet (Parlamentssitze und im Vorfeld und in der Folge Medienpräsenz von wegen öffentlich-rechtlicher Neutralität). Soll heißen: Solange ich, der Staat, der über Recht und Unrecht entscheidet, sie nicht verbiete, sind meine Gegner erlaubt. Ob sie verboten gehören, entscheide ebenfalls ich.
Gewiss ist es ein erheblicher Unterschied, ob ein Gericht oder ein Regierungsbeamter ein Parteiverbot ausspricht. Aber im Grunde geht es um dasselbe: Ein Regime entledigt sich seiner Oppositionellen …
Man wird dabei vermutlich zwischen den guten Regimes unterscheiden wollen, die, weil demokratisch legitimiert, sich schützen dürfen; und den bösen Regimes, die auf Gewalt und Willkür beruhen und sich darum (von außen gesehen) nicht schützen dürfen. Kein vernünftiger Mensch kann bestreiten, dass zwischen beispielsweise Dänemark und Nordkorea empfindliche Unterschiede bestehen. Und niemand, der noch alle Tassen im Schrank hat, wird lieber in einer brutalen Diktatur als in einer gemütlichen Demokratie leben wollen.
Gleichwohl, im Prinzip geht es bei den guten Staaten um dasselbe wie den bösen: Alle sind Herrschaft von Menschen über Menschen und darum verwerflich. Das ist zumindest meine Sicht als Anarchist. Kein Staat ist schützenswert, jeder Staat soll weg. Nicht weil weniger Demokratie wünschenswert wäre, sondern weil mehr als bloße „Demokratie“ (pseudorepräsentative Entmündigung und Verblödung durch Wahl- und Abstimmungstheater auf der Grundlage von Lobbyismus und entscheidenden Kapitalinteressen) braucht, um Menschenwürde und Menschenglück zu fördern und zu sichern.
Der moderne Staat (und also auch der Rechtsstaat, der Sozialstaat, der Kulturstaat, der Staat der Wahlen und Abstimmungen) ist schon deshalb illegitim, weil er nur Anhängsel und Vordergrund-Kulisse der herrschenden Wirtschaftsordnung ist. Das bedeutet: Werkzeug der Ausbeutung, der Umweltzerstörung, der systematischen Ablenkung, Zerstreuung und Verdummung. Ich bringe das gern auf die Formel: der Staat ist dazu da, dass die Reichen reicher werden, die Mittelschichten brav mitmachen und die Unterschichte die Kosten tragen. Der Staat ist unnötig. Es gibt bessere, effizientere, würdevollere Formen der Organisation. Und wo es sie nicht gibt, können sie noch erfunden werden. Sie sind das Einfache, das mühevoll zu machen ist, einmal erreicht und gesichert, aber alle Schwierigkeiten überwinden kann. Immerhin gebieten Vernunft und Anstand das herrschaftsfreie Zusammenleben selbstbestimmter Menschen. Mit einem Wort: Anarchie.
Im Hinblick darauf wäre ein Verbot der AfD zwar wünschenswert, aber nur als erster Schritt. Weiter gehen könnte es mit einem allgemeinen Parteienverbot (sofern man darunter Vereine versteht, die zu Wahlen antreten, um in Parlamenten und Regierungen an Stelle der Bürger zu entscheiden) und einer Ersetzung von Vertretungskörperschaften mit ihrem System von Mehrheiten und Minderheiten durch basidemokratische Institutionen, die auf Konsens beruhen (alle Betroffenen sollen mitentscheiden, niemand wird überstimmt). Aber dafür reicht die Phantasie derer bestimmt nicht aus, de mit dem Gedanken an ein Parteiverbot ihr Gewissen beruhigen und lediglich ihr komfortables Leben im unverantwortlichen Weiterso weiterleben wollen.
Nun habe ich nicht den geringsten Zweifel, dass die AfD widerwärtig ist, illiberal, autoritär, nationalistisch und rassistisch, und ich bin durchaus der Meinung, dass es sie nicht geben sollte und nie hätte geben dürfen. Bezüglich eines Verbots dieser Partei aber, gegen das ich keineswegs bin, das ich sogar mit Wohlgefallen betrachtete, wenn es nur endlich dazu käme, habe ich folgende Bedenken:
Erstens. Man kann eine Partei verbieten, aber damit verschwinden weder deren Personal noch, und das ist das Entscheidende, deren tatsächliche und potenzielle Wählerschaft. Denn das ist ja das noch Widerwärtigere als die Widerwärtige der die AfD bildenden Dummköpfe und Bösewichter: dass es Menschen in großer Zahl gibt, die der solche Leute mit solchen Ansichten, solchem Gebaren und solchen Forderungen schon gewählt haben und noch wählen wollen. Das bedeutet nämlich, dass ein Viertel, ein Drittel oder ein noch höherer Anteil der Bevölkerung sich nicht nur nicht an illiberalen, autoritären, nationalistischen und rassistischen Positionen stört, sondern diese sogar befürwortet.
Nun ist Quantität gewiss kein Argument. Außer in einer Demokratie, in der angeblich die Mehrheit entscheidet und die Minderheit sich in politischer Reife zu fügen hat. Doch interessanterweise wurde den um die Demokratie besorgten Bürgern und Politikern die AfD immer mehr zum Problem, je mehr Leute sie wählten, je demokratisch legitimierter also (gemäß dem Konzept der Mehrheitsdemokratie) die AfD wurde. Und wie es scheint, wird der Wunsch nach einem Parteiverbot umso dringender, je näher die AfD durch ihren Stimmenanteil der Erschwerung der Bildung von Koalitionen oder gar der rechnerisch nahegelegten oder erzwungenen Regierungsbeteiligung kommt.
Nachdem Millionen Menschen für sie gestimmt haben, die AfD zu verbieten, ist eine klare Ansage an die Wähler: Eure Stimme zählt nicht. Ihr habt nicht richtig gewählt. Ihr habt, indem ihr in allgemeinen, freien, gleichen und geheimen Wahlen die Demoktiefeinde gewählt habt, euer Recht auf Vertretung verloren, bis ihr wieder so wählt, wie andere auch. Was macht das mit den AfD-Wählern?
Die ja, wie gesagt, auch nach einem Verbot der AfD noch da wären und, eEgal, ob und wie es zu Ersatzbildungen und Verschiebungen kommt, ein Potenzial darstellen, das genützt werden kann. Ein Parteiverbot ändert an den Einstellungen, Wünschen und Ressentiments der Leute nicht, es verunklart und versteckt nur, macht den Rechtsextremen und Rechtspopulisten (wenn man da unterscheiden will) vielleicht vorübergehend ein paar organisatorische Probleme, löst aber nicht nicht das zu Grunde liegende Problem einer massiven Neigung viel zu vieler zu Rechtsextremismus und Rechtspopulismus (wenn man da unterscheiden will).
Zweitens. Selbstverständlich löst ein Verbot der AfD überhaupt kein einziges der in der BRD bestehenden politischen, sozialen, ökonomischen, kulturellen, technischen und sonstigen Probleme. Sozialabbau, Verfall der Infrastruktur, Bildungsmisere, Einkommensschere, Vermögensverteilung und und und ― all das bleibt und wird von einem Parteiverbot nicht im mindesten berührt. Gewiss würde ein Machtübergabe an die AfD alles noch schlimmer machen, aber was jetzt schon schlimm ist, ist schon schlimm genug. Das Bessere ist der Feind des Guten, sagt man, doch das Schlimmere ist nicht der Feind des Schlimmen, wenn dieses nur dessen ohnehin nach und nach auf Schlimmeres zusteuernde Variante ist. Denn im Grunde machen Schwarz, Rot, Grün schon seit Jahren das, was die AfD will, nur halbherziger, zögerlicher, eher zufällig abgefedert durch kleine Anfälle von symbolischer Klientelpolitik und rechtsstaatliche Rücksichtnahmen: weniger Ausländer, weniger Arbeitnehmerrechte, Sozialabbau, Kürzungen bei Bildung und Kultur, mickrige Klimapolitik, schlappe Energie- und Verkehrspolitik, stattdessen Kuschelkurs mit Fossilkartellen und Technologiekonzernen, die enorme Ressourcen verschlingen und Arbeitsplätze vernichten.
Drittens. Ein Verbot der AfD wäre ein Geschenk an genau die Parteien, die die AfD überhaupt erst möglich gemacht haben und ihr, siehe oben, halbwegs zuarbeiten und bewusst oder unbewusst hinkend und stolpernd vorauseilen. Nicht, dass irgendetwas besser würde, wenn etwa CDU/CSU weit unter 20 oder 15 Prozent rutschten und die SPD womöglich an der Fünfprozenthürde scheiterte. Verdient hätten sie es freilich. Es wird darum also garantiert nichts besser, wenn die bisherigen Wählerstimmen für die AfD sich wieder auf die anderen Parteien oder die Nichtwähler verteilen. Dass die AfD nicht in die Position kommt, dass ohne sie nicht oder nur in einer allgemeinen Restparteien-Koalition regiert werden kann, hinge wohl davon ab, dass von den jetzigen Regierenden (und ihre demokratischen Opposition) Politik gemacht würde, die glaubwürdig anders ist als das, was die AfD fordert und nicht nur ein schwacher Aufguss davon ohne Problemlösungskompetenz.
Viertens. Dass der liberaldemokratische Rechtsstaat legitimiert ist, seine Feinde zu bekämpfen, hat im Wesentlichen zwei mögliche Begründungen. Entweder er ist es, weil er es in den von ihm gesetzten Gesetzen so festlegt. Das wäre ein zirkuläre Argumentation. „Die freiheitlich-demokratische Grundordnung muss geschützt werden, weil sie ein schützenswertes Gut ist." Oder aber der Staat ist legitimiert, weil über ihm und seinen Gesetzen ein höheres Recht steht. Welches Recht wäre das? Ein natürliches? Ein göttliches? Ist der Staat eine natürliche Gegebenheit? Oder besteht er von Gottes Gnaden?
Das berüchtigte „Böckenfördesche Diktum“ lautet: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ Anders gesagt, der Staat setzt sich und seine Ordnung als einen Wert, der geschützt werden darf und muss. Er kann das aber nicht im Voraus begründen, weil er um dazu existieren müsste, bevor er existiert. Er setzt sich und erklärt dann, dass er notwendig ist.
Dass muss man ihm nicht glauben. Ich galube es ihm nicht, Erstens wegen seines Verhalten uns zweitens aus Prinzip.
Erstens ist es bemerkenswerterweise gerade der liberal-demokratische Rechtsstaat, der die AfD schützt (Polizei rückt beispielsweise an, wenn gegen die Gefahr für die Demokratie demonstriert wird) und ihr institutionelle Plattformen bietet (Parlamentssitze und im Vorfeld und in der Folge Medienpräsenz von wegen öffentlich-rechtlicher Neutralität). Soll heißen: Solange ich, der Staat, der über Recht und Unrecht entscheidet, sie nicht verbiete, sind meine Gegner erlaubt. Ob sie verboten gehören, entscheide ebenfalls ich.
Gewiss ist es ein erheblicher Unterschied, ob ein Gericht oder ein Regierungsbeamter ein Parteiverbot ausspricht. Aber im Grunde geht es um dasselbe: Ein Regime entledigt sich seiner Oppositionellen …
Man wird dabei vermutlich zwischen den guten Regimes unterscheiden wollen, die, weil demokratisch legitimiert, sich schützen dürfen; und den bösen Regimes, die auf Gewalt und Willkür beruhen und sich darum (von außen gesehen) nicht schützen dürfen. Kein vernünftiger Mensch kann bestreiten, dass zwischen beispielsweise Dänemark und Nordkorea empfindliche Unterschiede bestehen. Und niemand, der noch alle Tassen im Schrank hat, wird lieber in einer brutalen Diktatur als in einer gemütlichen Demokratie leben wollen.
Gleichwohl, im Prinzip geht es bei den guten Staaten um dasselbe wie den bösen: Alle sind Herrschaft von Menschen über Menschen und darum verwerflich. Das ist zumindest meine Sicht als Anarchist. Kein Staat ist schützenswert, jeder Staat soll weg. Nicht weil weniger Demokratie wünschenswert wäre, sondern weil mehr als bloße „Demokratie“ (pseudorepräsentative Entmündigung und Verblödung durch Wahl- und Abstimmungstheater auf der Grundlage von Lobbyismus und entscheidenden Kapitalinteressen) braucht, um Menschenwürde und Menschenglück zu fördern und zu sichern.
Der moderne Staat (und also auch der Rechtsstaat, der Sozialstaat, der Kulturstaat, der Staat der Wahlen und Abstimmungen) ist schon deshalb illegitim, weil er nur Anhängsel und Vordergrund-Kulisse der herrschenden Wirtschaftsordnung ist. Das bedeutet: Werkzeug der Ausbeutung, der Umweltzerstörung, der systematischen Ablenkung, Zerstreuung und Verdummung. Ich bringe das gern auf die Formel: der Staat ist dazu da, dass die Reichen reicher werden, die Mittelschichten brav mitmachen und die Unterschichte die Kosten tragen. Der Staat ist unnötig. Es gibt bessere, effizientere, würdevollere Formen der Organisation. Und wo es sie nicht gibt, können sie noch erfunden werden. Sie sind das Einfache, das mühevoll zu machen ist, einmal erreicht und gesichert, aber alle Schwierigkeiten überwinden kann. Immerhin gebieten Vernunft und Anstand das herrschaftsfreie Zusammenleben selbstbestimmter Menschen. Mit einem Wort: Anarchie.
Im Hinblick darauf wäre ein Verbot der AfD zwar wünschenswert, aber nur als erster Schritt. Weiter gehen könnte es mit einem allgemeinen Parteienverbot (sofern man darunter Vereine versteht, die zu Wahlen antreten, um in Parlamenten und Regierungen an Stelle der Bürger zu entscheiden) und einer Ersetzung von Vertretungskörperschaften mit ihrem System von Mehrheiten und Minderheiten durch basidemokratische Institutionen, die auf Konsens beruhen (alle Betroffenen sollen mitentscheiden, niemand wird überstimmt). Aber dafür reicht die Phantasie derer bestimmt nicht aus, de mit dem Gedanken an ein Parteiverbot ihr Gewissen beruhigen und lediglich ihr komfortables Leben im unverantwortlichen Weiterso weiterleben wollen.
Montag, 20. Juli 2026
Warum wählen die Leute die AfD?
Zugegebenermaßen verstehe ich nicht, warum die Leute AfD wählen. Wie kann man nur? Allerdings verstehe ich auch nicht, warum sie die anderen Parteien wählen. Wie kann man nur? Aber hier sehe ich bloß eher leichte Dummheit am Werk, einen Aberglauben an die Legitimität, Funktionalität und Erforderlichkeit des Systems sowie ein erschöpftes Überzeugtsein vom Mangel an anderen Möglichkeiten und also der Alternativlosigkeit des Vorgegebenen. Man müsse schließlich wählen, lässt man sich einreden, also nimmt man hin, was da ist, und wählt irgendwas, auch wenn es eigentlich Quatsch ist. Und im Grund den eigenen Interessen, wenn man die nur verstände, zuwiderläuft.
Aber die AfD? Das ist noch mehr als Quatsch und bedenkliches Weiterso. Diese Typen sind doch offen widerwärtig. Sie zu wählen heißt, sehenden Auges Dummheit und Bosheit zu wählen. Warum? Aus Dankbarkeit für die organisierte Gelegenheit, zu hassen und dagegen, ganz und gar dagegen zu sein? Aus Lust am Kaputtmachen und an der Abwertung Schwächerer und von „denen da oben“?
Von wegen „Protest“! Jemand hat es im Internet so formuliert: „Wenn mir in einem Lokal das Bier nicht schmeckt, trinke ich auch nicht aus Protest Klowasser.“ In meiner grobianischen Art hätte ich es ja so formuliert: „Wenn mit im Restaurant das Schnitzel nicht schmeckt, fresse ich auch nicht aus Protest die Kacke des Kochs.“ So oder so, man versteht, was gemeint ist. Man wählt nicht aus Protest gegen Schlechtes noch viel Schlimmeres.
Denn man kann der AfD vieles nachsagen, aber nicht, dass sie andere Lösungsansätze vertritt als bloßes Dagegensein: gegen Ausländer, gegen Arbeitnehmerrechte, gegen den Sozialstaat, gegen Umweltschutz, gegen den Rechtsstaat, gegen kulturelle Vielfalt, gegen Weltoffenheit. Die AfD lehnen alles Erneuernde, Schonende, Gewalt Beschränkende, womöglich Verwirrende und Respekt im Umgang Erheischende ab.
Nichts von dem, worauf die AfD abzielt, ginge zu Gunsten der Masse derer aus, die die AfD wählen. Im Gegenteil, ihre Rechte würden beschnitten, ihre Ausbeutung verschärft, ihre Gesundheit gefährdet und geschädigt, ihre Zukunft verkauft und verraten und ihre Individualität genormt.
Wollen die AfD-Wähler das wirklich? Oder wollen sie es bloß nicht wahrhaben? Und am schlimmsten: Wären sie tatsächlich bereit, jeden Preis zu bezahlen, wenn es nur noch mehr auf Kosten von noch Schwächeren geht?
Hauptsache nicht links, nicht ökologisch, nicht frei, nicht liberal, nicht pluralistisch, nicht so fordernd und in Frage stellend. Alles soll wieder werden, wie es nie war. Bloß irgendwie schneidiger, hemmungsloser, realitätsunabhängiger. Halb Freizeitpark mit Volksmusik und Freibier, halb Treibjagd im Kleingarten.
Und der Nationalsozialismus? Wen das Illiberale, Autoritäre, Nationalistische, Rassistische nicht stört, wie sollten den die brauen Anklänge stören? Irgendwie gefällt das ja vielleicht sogar.
Man bedenke: Der Nazimus war nie weg. Nicht jeder war 1945 erleichtert, zu viele hatten zu sehr mitgemacht. Und auch profitiert. Kleine Herrenmenschen und Herrenmenschinnen. Es war für sie nicht nur nicht alles schlecht gewesen, sondern einiges sogar sehr gut. Nach außen hin gab man sich zerknirscht und gewandelt und sympathisierte mit dem Aufbau der Demokratie nicht minder als mit dem Wirtschaftswunder. Aber für gar nicht so wenige bestand die „Vergangenheitsbewältigung“ darin, privat das Gewesene zu verharmlosen und die schlimme Wahrheit über eigene Funktion und Aktivität nicht begreifen zu wollen. Auch und gerade in der autoritären, illiberalen, repressiven DDR mit ihrer Inszenierung von „Antifaschismus“ auf der Bühne eines gewalttätigen, lügnerischen, entrechtenden und entmündigenden Systems ― bei dem so viele freudig mitmachten! ― leistete offensichtlich gute Arbeit im Konservieren, was man Hyponazismus nennen könnte (in dem Sinne man wie bei Erdbeben das Hypozentrum vom Epizentrumunterscheidet) oder meinetwegen einen subliminalen Nazismus. (Was die AfD-erfolge besonders im Osten erklärt.)
Nicht dass die AfD irgendwie die NSDAP wäre. (Aber das waren NDP, DVU usw. auch nicht.) Es geht eher um ein ebenso unweigerliches wie gewolltes Hantieren mit Versatzstücken, Imitationen, Allusionen, mit denen tiefsitzende Affekte angesprochen werden sollen ― die erstaunlicherweise keinen Widerstand, keine Unlust auslösen, sondern ein gruseliger Spaßfaktor sind. Zum Hitlergruß alte und neue rassistische Lieder zu grölen, ist ein von Suff und Gruppenlust anscheinend reflexartig ausgelöstes Freizeitvergnügen auch solcher, die im Alltag mit der AfD wenig oder nichts zu tun haben wollen. ― Aber erstaunlich ist wohl nur für mich.
Wohlgemerkt, dass die Rechtspopulisten und Rechtextremisten quasi Nazis sind, ist für viele nicht unbedingt ein Grund, sie zu wählen, scheint mir. Schlimm genug freilich, dass es für viel zu viele offensichtlich kein Grund ist, sie nicht zu wählen.
Wie gesagt, ich verstehe das nicht. Man wählt keine Quasinazis. Die ja doch nichts zu bieten haben als Ressentiments und Negativität. Mit denen alles nur schlimmer werden kann. Die gierig und unehrlich sind. Das tut man nicht. Aber viele tun es. Warum?
Aber die AfD? Das ist noch mehr als Quatsch und bedenkliches Weiterso. Diese Typen sind doch offen widerwärtig. Sie zu wählen heißt, sehenden Auges Dummheit und Bosheit zu wählen. Warum? Aus Dankbarkeit für die organisierte Gelegenheit, zu hassen und dagegen, ganz und gar dagegen zu sein? Aus Lust am Kaputtmachen und an der Abwertung Schwächerer und von „denen da oben“?
Von wegen „Protest“! Jemand hat es im Internet so formuliert: „Wenn mir in einem Lokal das Bier nicht schmeckt, trinke ich auch nicht aus Protest Klowasser.“ In meiner grobianischen Art hätte ich es ja so formuliert: „Wenn mit im Restaurant das Schnitzel nicht schmeckt, fresse ich auch nicht aus Protest die Kacke des Kochs.“ So oder so, man versteht, was gemeint ist. Man wählt nicht aus Protest gegen Schlechtes noch viel Schlimmeres.
Denn man kann der AfD vieles nachsagen, aber nicht, dass sie andere Lösungsansätze vertritt als bloßes Dagegensein: gegen Ausländer, gegen Arbeitnehmerrechte, gegen den Sozialstaat, gegen Umweltschutz, gegen den Rechtsstaat, gegen kulturelle Vielfalt, gegen Weltoffenheit. Die AfD lehnen alles Erneuernde, Schonende, Gewalt Beschränkende, womöglich Verwirrende und Respekt im Umgang Erheischende ab.
Nichts von dem, worauf die AfD abzielt, ginge zu Gunsten der Masse derer aus, die die AfD wählen. Im Gegenteil, ihre Rechte würden beschnitten, ihre Ausbeutung verschärft, ihre Gesundheit gefährdet und geschädigt, ihre Zukunft verkauft und verraten und ihre Individualität genormt.
Wollen die AfD-Wähler das wirklich? Oder wollen sie es bloß nicht wahrhaben? Und am schlimmsten: Wären sie tatsächlich bereit, jeden Preis zu bezahlen, wenn es nur noch mehr auf Kosten von noch Schwächeren geht?
Hauptsache nicht links, nicht ökologisch, nicht frei, nicht liberal, nicht pluralistisch, nicht so fordernd und in Frage stellend. Alles soll wieder werden, wie es nie war. Bloß irgendwie schneidiger, hemmungsloser, realitätsunabhängiger. Halb Freizeitpark mit Volksmusik und Freibier, halb Treibjagd im Kleingarten.
Und der Nationalsozialismus? Wen das Illiberale, Autoritäre, Nationalistische, Rassistische nicht stört, wie sollten den die brauen Anklänge stören? Irgendwie gefällt das ja vielleicht sogar.
Man bedenke: Der Nazimus war nie weg. Nicht jeder war 1945 erleichtert, zu viele hatten zu sehr mitgemacht. Und auch profitiert. Kleine Herrenmenschen und Herrenmenschinnen. Es war für sie nicht nur nicht alles schlecht gewesen, sondern einiges sogar sehr gut. Nach außen hin gab man sich zerknirscht und gewandelt und sympathisierte mit dem Aufbau der Demokratie nicht minder als mit dem Wirtschaftswunder. Aber für gar nicht so wenige bestand die „Vergangenheitsbewältigung“ darin, privat das Gewesene zu verharmlosen und die schlimme Wahrheit über eigene Funktion und Aktivität nicht begreifen zu wollen. Auch und gerade in der autoritären, illiberalen, repressiven DDR mit ihrer Inszenierung von „Antifaschismus“ auf der Bühne eines gewalttätigen, lügnerischen, entrechtenden und entmündigenden Systems ― bei dem so viele freudig mitmachten! ― leistete offensichtlich gute Arbeit im Konservieren, was man Hyponazismus nennen könnte (in dem Sinne man wie bei Erdbeben das Hypozentrum vom Epizentrumunterscheidet) oder meinetwegen einen subliminalen Nazismus. (Was die AfD-erfolge besonders im Osten erklärt.)
Nicht dass die AfD irgendwie die NSDAP wäre. (Aber das waren NDP, DVU usw. auch nicht.) Es geht eher um ein ebenso unweigerliches wie gewolltes Hantieren mit Versatzstücken, Imitationen, Allusionen, mit denen tiefsitzende Affekte angesprochen werden sollen ― die erstaunlicherweise keinen Widerstand, keine Unlust auslösen, sondern ein gruseliger Spaßfaktor sind. Zum Hitlergruß alte und neue rassistische Lieder zu grölen, ist ein von Suff und Gruppenlust anscheinend reflexartig ausgelöstes Freizeitvergnügen auch solcher, die im Alltag mit der AfD wenig oder nichts zu tun haben wollen. ― Aber erstaunlich ist wohl nur für mich.
Wohlgemerkt, dass die Rechtspopulisten und Rechtextremisten quasi Nazis sind, ist für viele nicht unbedingt ein Grund, sie zu wählen, scheint mir. Schlimm genug freilich, dass es für viel zu viele offensichtlich kein Grund ist, sie nicht zu wählen.
Wie gesagt, ich verstehe das nicht. Man wählt keine Quasinazis. Die ja doch nichts zu bieten haben als Ressentiments und Negativität. Mit denen alles nur schlimmer werden kann. Die gierig und unehrlich sind. Das tut man nicht. Aber viele tun es. Warum?
Sonntag, 19. Juli 2026
Überlegung zu Schule und Bildung
Man muss lernen, gewiss. Aber braucht es dazu Schule? Vermutlich auch. Doch in welchem Ausmaß und in welcher Form? Die bestehende, um nicht zu sagen: herrschenden Formen, die so erstaunlich üblich sind und kaum Ausnahmen kennen (oder gelten lassen) sind zweifellos an die Erfordernisse der staatlich organisierten Gesellschaft und ihrer Weisen des Wirtschaftens angepasst. Und sollen daran anpassen. Lesen und Schreiben etwa sind nicht zu lernen, um Zugang zur Literatur zu verschaffen (diese ist ja selbst erst Resultat einer Oralität ersetzenden Verbreitung der Schriftlichkeit), sondern durch die Einübung in den Gebrauch von Lettern und Interpunktion soll, wie auch durch Rechnenkönnen und alles technische Wissen, das Funktionieren in fremdbestimmten Arbeits- und Verarbeitungszusammenhängen gewährleistet werden.
Gewiss werden die Kinder auch mit so etwas wie Belletristik, sogar mit bildender Kunst und mit Musik, in Kontakt gebracht. Aber in M;aßen! Auf dass nicht ihr Konformismus und ihr Konsumismus ― der die Unterwerfung unter die Notwendigkeiten des Erwerbslebens zum Gegenstück hat ― Schaden nähme und beeinträchtigt würde, wenn sie Gefallen fänden an eigenständigen Gedanken.
Schule als Anstalt ist Abrichtung für die Zwecke anderer. Nämlich der Herrschenden.
Daher auch das Wuchern der Pädagogik: Elementarpädagogik, Sozialpädagogik, Ernährungspädagogik, Waldpädagogik, Heilpädagogik, Heimpädagogik, Erwachsenenpädagogik usw. usf. Und alles fest in Frauenhand. Weil die Damen nicht gerne schwer arbeiten, aber es lieben, anderen zu sagen, was sie tun sollen.
Gute Schule hätte jedenfalls all dem entgegengesetzt zu sein. Müsste also Anti-Schule sein. Gute Erziehung wäre eine, die Kinder und Jugendlichen zu nichts zwingt, aber zu allem befähigt und ermutigt, was sie kritisch und ablehnend gegen ein System macht, das sie unterdrücken und ausbeuten. Fähigkeiten und Wissen sollen Werkzeuge und Waffen sein bei der nachhaltigen Verweigerung des Weiterso und der Verschlimmerung und beim freudvollen Einsatz für die Verbesserung der Welt.
Gewiss werden die Kinder auch mit so etwas wie Belletristik, sogar mit bildender Kunst und mit Musik, in Kontakt gebracht. Aber in M;aßen! Auf dass nicht ihr Konformismus und ihr Konsumismus ― der die Unterwerfung unter die Notwendigkeiten des Erwerbslebens zum Gegenstück hat ― Schaden nähme und beeinträchtigt würde, wenn sie Gefallen fänden an eigenständigen Gedanken.
Schule als Anstalt ist Abrichtung für die Zwecke anderer. Nämlich der Herrschenden.
Daher auch das Wuchern der Pädagogik: Elementarpädagogik, Sozialpädagogik, Ernährungspädagogik, Waldpädagogik, Heilpädagogik, Heimpädagogik, Erwachsenenpädagogik usw. usf. Und alles fest in Frauenhand. Weil die Damen nicht gerne schwer arbeiten, aber es lieben, anderen zu sagen, was sie tun sollen.
Gute Schule hätte jedenfalls all dem entgegengesetzt zu sein. Müsste also Anti-Schule sein. Gute Erziehung wäre eine, die Kinder und Jugendlichen zu nichts zwingt, aber zu allem befähigt und ermutigt, was sie kritisch und ablehnend gegen ein System macht, das sie unterdrücken und ausbeuten. Fähigkeiten und Wissen sollen Werkzeuge und Waffen sein bei der nachhaltigen Verweigerung des Weiterso und der Verschlimmerung und beim freudvollen Einsatz für die Verbesserung der Welt.
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