Anarchismus, wie ich ihn verstehe, ist ganz wesentlich Wunschdenken. Also nicht, wie das Vorurteil es will, „bloßes Wunschdenken“, sondern als durchdachtes Wünschen und seiner Wünsche bewusstes Denken eine existenzielle Einheit von Affekt und Intellekt, von Theoriepraxis und Gestaltung der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Ausgehend von dem Wunsch, alle Menschen mögen in herrschaftsfreien Verhältnissen leben, gilt es zu fragen: Woher kommt dieser Wunsch und warum ist es zumeist nur ein Wunsch und nicht Wirklichkeit? Ist der Wunsch berechtigt, ist er realistisch, in welchem Verhältnis steht er zu anderen Wünschen? Und warum teilt nicht jeder diesen Wunsch? Warum erfinden manche Gründe, warum Anarchie angeblich nicht funktionieren kann? Warum finden sie sich mit Herrschaftsverhältnissen abm richten sich in ihnen und und verteidigen sie
Dabei dürfte klar sein, was dem Wunsch entgegensteht: Herrschaft. Und weil diese, wie gezeigt werden kann, nicht sein soll, ist der Wunsch, sie möge nicht sein, begründet und berechtigt. Seine Erfüllung erst macht andere Wünsche erfüllbar oder gibt ihnen Sinn: Unter den Bedingungen der Unfreiheit ist jede Wunscherfüllung mehr oder minder Komplizenschaft mit dem herrschenden System. Erst ein freier Mensch kann frei wünschen und sich Wünsche erfüllen, ohne die Freiheit anderer einzuschränken.
Anarchie, könnte man meinen, ist etwas, das jeder gut findet, wonach er strebt, was er will: über die eigenen Angelegenheiten selbst zu bestimmen und gemeinsame Angelegenheiten gemeinsam, und zwar so, dass niemand über andere bestimmt, sondern im Gegenteil jeder zur Freiheit und zum Wohlergehen aller und jedes Einzelnen im Umfang des ihm möglichen und im Rahmen der gemeinsam bestimmten Institutionen beiträgt.
Warum wünscht sich das nicht jeder? Da gibt es die, die an der Unfreiheit anderer profitieren. Dann die, die hoffen, vom Profit anderer ein wenig abzubekommen. Und dann die Vielen, die die Freiheit scheuen und die Unfreiheit wählen. Ihr Begehren und ihr Glück binden sie an die Vorgaben der Fremdbestimmung. Sie investieren viel in das, was Befriedigung und Sicherheit verspricht, aber nur Verfügbarkeit und Ausnutzung garantiert. Ihr Gehorsam zahlt sich nicht aus oder nur zum Schein oder nicht so, wie ein freies Leben ein besseres Leben wäre. Ihnen ist eingebläut worden, allgemeine Selbstbestimmung bedeute Unordnung und schrankenloses Gegeneinander, weshalb Normen und Regeln des Zusammenlebens unbedingt von einer Obrigkeit festgelegt werden müssten, die auch strafen und belohnen dürfen müsse. Sie haben Angst vor einer Freiheit, die man ihnen angeblich wegnimmt, wenn sie sie haben wollen, und die man ihnen nur gewähren, indem man sie beschränkt.
Die Denkgewohnheiten der Leute folgen ihren Wunschgewohnheiten, und darum wagen sie nicht zu wünschen, was vernünftig und in ihrem eigenen Interesse und dem aller wäre.
Anarchismus, wie ich ihn verstehe, setzt dem sein Wunschdenken entgegen, nämlich die Analyse des Bestehenden anhand der gefestigten, weil begründeten Überzeugung, dass anderes sein soll und darum möglich sein muss.
Die Erfahrungen der Unfreiheit, der Bevormundung, der Entwürdigung, der Ausbeutung, all der vielfältigen Versuche der Verdummung lassen den Wunsch, all das möge nicht sein und Freiheit, Würde, Gerechtigkeit und allgemeines Wohlergehen mögen verwirklicht werden, nur umso dringender erscheinen.
Der Wunsch, miteinander herrschaftsfrei miteinander zu leben, verstellt nicht den Blick, er eröffnet ihn, er vernebelt nicht das Denken, sondern klärt es auf. Dieser Wunsch ist nicht Träumerei, Schwärmerei oder unreifes Geschwätz. Im Gegenteil, die anarchistische Wunschvorstellung ist ein geordnete und umfassendes Wissen davon, was ist, was sein soll und was nicht sein soll. Insofern ist der Wunsch nach Anarchie die Grundlage aller anarchistischen Theorie und das, was in anarchistischer Praxis zur Erfüllung kommt.
Anarchismus ist Wunschdenken, weil das Wünschen unbedingt notwendig ist und hilft, wenn es gilt, Unerwünschtes loszuwerden. Wer Anarchie nicht wünscht und sein Wünschen nicht denkt, der versteht sich selbst nicht und irrt.
Dabei dürfte klar sein, was dem Wunsch entgegensteht: Herrschaft. Und weil diese, wie gezeigt werden kann, nicht sein soll, ist der Wunsch, sie möge nicht sein, begründet und berechtigt. Seine Erfüllung erst macht andere Wünsche erfüllbar oder gibt ihnen Sinn: Unter den Bedingungen der Unfreiheit ist jede Wunscherfüllung mehr oder minder Komplizenschaft mit dem herrschenden System. Erst ein freier Mensch kann frei wünschen und sich Wünsche erfüllen, ohne die Freiheit anderer einzuschränken.
Anarchie, könnte man meinen, ist etwas, das jeder gut findet, wonach er strebt, was er will: über die eigenen Angelegenheiten selbst zu bestimmen und gemeinsame Angelegenheiten gemeinsam, und zwar so, dass niemand über andere bestimmt, sondern im Gegenteil jeder zur Freiheit und zum Wohlergehen aller und jedes Einzelnen im Umfang des ihm möglichen und im Rahmen der gemeinsam bestimmten Institutionen beiträgt.
Warum wünscht sich das nicht jeder? Da gibt es die, die an der Unfreiheit anderer profitieren. Dann die, die hoffen, vom Profit anderer ein wenig abzubekommen. Und dann die Vielen, die die Freiheit scheuen und die Unfreiheit wählen. Ihr Begehren und ihr Glück binden sie an die Vorgaben der Fremdbestimmung. Sie investieren viel in das, was Befriedigung und Sicherheit verspricht, aber nur Verfügbarkeit und Ausnutzung garantiert. Ihr Gehorsam zahlt sich nicht aus oder nur zum Schein oder nicht so, wie ein freies Leben ein besseres Leben wäre. Ihnen ist eingebläut worden, allgemeine Selbstbestimmung bedeute Unordnung und schrankenloses Gegeneinander, weshalb Normen und Regeln des Zusammenlebens unbedingt von einer Obrigkeit festgelegt werden müssten, die auch strafen und belohnen dürfen müsse. Sie haben Angst vor einer Freiheit, die man ihnen angeblich wegnimmt, wenn sie sie haben wollen, und die man ihnen nur gewähren, indem man sie beschränkt.
Die Denkgewohnheiten der Leute folgen ihren Wunschgewohnheiten, und darum wagen sie nicht zu wünschen, was vernünftig und in ihrem eigenen Interesse und dem aller wäre.
Anarchismus, wie ich ihn verstehe, setzt dem sein Wunschdenken entgegen, nämlich die Analyse des Bestehenden anhand der gefestigten, weil begründeten Überzeugung, dass anderes sein soll und darum möglich sein muss.
Die Erfahrungen der Unfreiheit, der Bevormundung, der Entwürdigung, der Ausbeutung, all der vielfältigen Versuche der Verdummung lassen den Wunsch, all das möge nicht sein und Freiheit, Würde, Gerechtigkeit und allgemeines Wohlergehen mögen verwirklicht werden, nur umso dringender erscheinen.
Der Wunsch, miteinander herrschaftsfrei miteinander zu leben, verstellt nicht den Blick, er eröffnet ihn, er vernebelt nicht das Denken, sondern klärt es auf. Dieser Wunsch ist nicht Träumerei, Schwärmerei oder unreifes Geschwätz. Im Gegenteil, die anarchistische Wunschvorstellung ist ein geordnete und umfassendes Wissen davon, was ist, was sein soll und was nicht sein soll. Insofern ist der Wunsch nach Anarchie die Grundlage aller anarchistischen Theorie und das, was in anarchistischer Praxis zur Erfüllung kommt.
Anarchismus ist Wunschdenken, weil das Wünschen unbedingt notwendig ist und hilft, wenn es gilt, Unerwünschtes loszuwerden. Wer Anarchie nicht wünscht und sein Wünschen nicht denkt, der versteht sich selbst nicht und irrt.