So ein Duschbus zum Beispiel ist eine gute Sache. Damit wird Menschen, die auf der Straße leben, die Möglichkeit gegeben, sich einmal gründlich zu waschen. Sauber zu sein ist, könnte man sagen, ein oft missachtetes Menschenrecht, jedenfalls aber wird jemandem, der keinen festen Wohnsitz hat, mit der mobilen Möglichkeit zum individuellen Duschen (statt der Kollektivduschen in Unterkünften) ein wenig ihrer Würde zurückgegeben.
Um mal ein Stückchen sehr schöner Prosa zu zitieren: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Kennt man. Klingt gut. Aber die Realität ist eine andere. Meines Wissens sind Duschbusse für Frauen oder Männer immer Angebote von wohltätigen Organisationen. Kommunen? Staat? Fehlanzeige.
Hat sich was mit Würde. Wohnungs- und Obdachlosigkeit gilt als „soziales“, also im Grunde wirtschaftliches Problem. Dabei ist es ein ethisches, also politisches. Wer nicht will, dass Menschen auf der Straße leben müssen, muss ihnen Wohnraum verschaffen. Man weiß aus zahlreichen und vielfältigen Erfahrungen: Mit den eigenen vier Wänden sind nicht alle Probleme gelöst, aber sie lassen sich besser lösen. Wer wohnt, selbständig und aus eigenem Recht, kann sich eine Lohnarbeit suchen, Geld verdienen, an der Gesellschaft teilnehmen. In den meisten Fällen geht das gut. Aber will „man“ das überhaupt, die Leute von der Straße zu holen? Ist irgendwer von denen, die das Sagen haben, an der Würde der Ärmsten und Gefährdetsten überhaupt interessiert?
Die Gesellschaft leistet sich Armut, um sich Reichtum leisten zu können. Arme werden verachtet, Reiche bewundert. Vielleicht kommt es auch zu Mitleid und Neid. Jedenfalls aber wird nicht ausreichend wahrgenommen, dass die Wenigen nur deshalb so reich sind, weil viele es nicht sind und manche sogar bettelarm. Reichtum gilt als Leistung, auch wenn er ergaunert ist (was er immer ist, auch wo er ererbt wurde). Armut gilt als Versagen. Mag ja stimmen. Aber wenn einer stürzt, hilft man ihm auf. Das gebieten Anstand und Vernunft. Und wo welche sich über andere erheben, stürzt man sie beizeiten. Das gebieten Vernunft und revolutionäre Ethik.
Reichtum ist mit der Würde der Armen unvereinbar. Armut ist mit der Würde der Armen unvereinbar. Und die Entwürdigung der Armen ist mit der Würde aller unvereinbar. Was folgt daraus und daraus, dass der Staat seine Selbstverpflichtung darauf, die Würde jedes Einzelnen ― wer sonst wäre „der Mensch“? ― zu achten und zu schützen, nicht einhält? Daraus folgt die wohlüberlegte Notwendigkeit, den Staat abzuschaffen und ein freies, gleichberechtigtes Zusammenleben mit allgemeinem Wohlstand, also ohne Armut oder Reichtum, zu schaffen. Anders gesagt: Ohne Anarchie gibt es keine menschliche Würde im gesellschaftlichen Maßstab. Mit ihr braucht es auch keine Duschbusse mehr.
Um mal ein Stückchen sehr schöner Prosa zu zitieren: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Kennt man. Klingt gut. Aber die Realität ist eine andere. Meines Wissens sind Duschbusse für Frauen oder Männer immer Angebote von wohltätigen Organisationen. Kommunen? Staat? Fehlanzeige.
Hat sich was mit Würde. Wohnungs- und Obdachlosigkeit gilt als „soziales“, also im Grunde wirtschaftliches Problem. Dabei ist es ein ethisches, also politisches. Wer nicht will, dass Menschen auf der Straße leben müssen, muss ihnen Wohnraum verschaffen. Man weiß aus zahlreichen und vielfältigen Erfahrungen: Mit den eigenen vier Wänden sind nicht alle Probleme gelöst, aber sie lassen sich besser lösen. Wer wohnt, selbständig und aus eigenem Recht, kann sich eine Lohnarbeit suchen, Geld verdienen, an der Gesellschaft teilnehmen. In den meisten Fällen geht das gut. Aber will „man“ das überhaupt, die Leute von der Straße zu holen? Ist irgendwer von denen, die das Sagen haben, an der Würde der Ärmsten und Gefährdetsten überhaupt interessiert?
Die Gesellschaft leistet sich Armut, um sich Reichtum leisten zu können. Arme werden verachtet, Reiche bewundert. Vielleicht kommt es auch zu Mitleid und Neid. Jedenfalls aber wird nicht ausreichend wahrgenommen, dass die Wenigen nur deshalb so reich sind, weil viele es nicht sind und manche sogar bettelarm. Reichtum gilt als Leistung, auch wenn er ergaunert ist (was er immer ist, auch wo er ererbt wurde). Armut gilt als Versagen. Mag ja stimmen. Aber wenn einer stürzt, hilft man ihm auf. Das gebieten Anstand und Vernunft. Und wo welche sich über andere erheben, stürzt man sie beizeiten. Das gebieten Vernunft und revolutionäre Ethik.
Reichtum ist mit der Würde der Armen unvereinbar. Armut ist mit der Würde der Armen unvereinbar. Und die Entwürdigung der Armen ist mit der Würde aller unvereinbar. Was folgt daraus und daraus, dass der Staat seine Selbstverpflichtung darauf, die Würde jedes Einzelnen ― wer sonst wäre „der Mensch“? ― zu achten und zu schützen, nicht einhält? Daraus folgt die wohlüberlegte Notwendigkeit, den Staat abzuschaffen und ein freies, gleichberechtigtes Zusammenleben mit allgemeinem Wohlstand, also ohne Armut oder Reichtum, zu schaffen. Anders gesagt: Ohne Anarchie gibt es keine menschliche Würde im gesellschaftlichen Maßstab. Mit ihr braucht es auch keine Duschbusse mehr.