Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, lautet das Dogma. Gemeint ist: Was selten ist, aber viele haben wollen, kann teuer verkauft werden. Was hingegen wenige haben wollen und reichlich vorhanden ist, muss billig abgegeben werden, wenn man denn überhaupt ein Geschäft machen will.
Man kann es aber auch anders sehen: Der Preis ist das, was ein Verkäufer einem Käufer, der nirgendwo anders (etwas anderes) kaufen kann, im Höchstfall abknöpfen kann, bevor der überhaupt auf den Kauf verzichtet. Eine Verknappung des Angebots spielt dem Verkäufer in die Karten (unter Umständen noch mehr als die Wertigkeit der Ware), das Massenhafte (das oft mit Minderwertigkeit der Ware einhergeht) den Käufern.
Dass etwas teuer ist, macht es nicht besser. Mag sein, dass Gutes teurer ist als Minderwertiges. Doch für die Preisbildung spielt eher die Seltenheit eine Rolle.
Aber warum eigentlich? Wenn ein Bäcker täglich 500 Brötchen bäckt, ihm jedoch eines Tages durch einen technischen Defekt 100 verbrennen, er also im Laden nur noch 400 zum Verkauf anbieten kann, dann kann er ja nicht einfach sagen: So, jetzt kostet ein Brötchen nicht mehr 60 Cent, sondern 75, damit ich meinen Ausfall ausgleichen kann. Sonst sagen die meisten Kunden wohl: Danke, aber dann kaufe ich eben woanders. Schon gar nicht kann er sagen: Ich nehme besser gleich 90 Cent, wer weiß, wann der technische Defekt behoben sein wird. Denn wer anderswo weiter ein Brötchen um 50 oder 60 Cent einkaufe kann, wird das, wenn irgend möglich, auch tun, und der Bäcker hat erst recht Verluste. (Zu Recht.)
Anders die Konzerne, die sich mit dem Verkauf fossiler Brennstoffe eine Art von Lizenz zum Gelddrucken verschafft haben. Krieg der USA gegen den Iran, Speere der Straße von Hormus? Na, da erhöhen wir schon einmal die Preise an den Tankstellen. Obwohl sich unsere Einkaufspreise noch gar nicht erhöht haben. Und selbst wenn Benzin und Diesel wirklich knapp würden: Es handelte sich doch um dieselben Produkte, sie sind nicht besser geworden, warum also teurer? Auch die Nachfrage steigt ja nicht. Warum also der Preis? Weil die Gelegenheit günstig ist.
Und im Unterschied zum Bäckerbrötchen kann der unzufriedene Kunde nicht einfach zu einer anderen Tankstelle wechseln, wenn alle Konzerne die Preise erhöhen. Wem die Brötchen überall zu teuer sind, der kann auf andere Backwaren umsteigen. Wer seine „Mobilität“ von fossilem Treibstoff abhängig gemacht (oder gehalten) hat, muss zahlen, was verlangt wird. Darf aber jammern. denn anscheinend erwartet niemand ― außer irgendwelchen Ökospinnern wie ich ―, dass höhere Spritpreise zu weniger Fahrten führen. Und das scheint zeitnahen Untersuchungen zu Folge auch nicht der Fall zu sein: Es wird gejammert, getankt, gefahren ― und geblecht. Sinnvolle Vorschläge wie ein allgemeines Tempolimit werden sowieso als unrealistisch weggebügelt. Warum spritsparende Geschwindigkeitsbegrenzungen entmündigend sein sollen, hohe Spritpreise jedoch nicht, versteht dabei wohl nur die fossilfixierte Volksseele.
Energieverbrauch senken, Energie nachhaltig und erneuerbar ezeugen: Darum ginge es. Weniger „Individualverkehr“, mehr und bessere öffentliche Verkehrsmittel. Stattdessen sind weiterhin Flugreise, Flughafenausbau und der Bau von gigantischen Rechenzentren angesagt. Es ist, als ob die Menschheit (oder ein leider entscheidender Teil derselben) die Zerstörung der Lebensgrundlagen von Flora, Fauna und Menschheit geradezu herbeisehnte. Dazu kommen noch die Realitätsabgewandten, die darauf setzen, neue Technologien würden schon irgendwie rechtzeitig alles richten. Die moderne Technik hat die Welt in die Scheiße geritten, nun soll sie sie (demnächst, versprochen!) wieder herauszerren? Gibt es irgendein Indiz dafür? Oder nicht doch bloß Symptome des destruktiven Technofaschismus?
Um auf Bäcker und Konzerne zurückzukommen: Der einzelne Bäcker hat wenig Macht, darum kann er seine Kunden nur wenig bescheißen. Die Multis aber haben sich Machtpositionen geschaffen und darum machen sie gewaltige Geschäfte ― auf Kosten der Kunden, der Zulieferer, der Arbeitnehmer, der Umwelt. Wohlgemerkt: Weil sie mächtig sind, machen sie irrsinnige Vermögen, nicht andersherum. Ihre Gewinne sind abhängig von eigener Marktmacht und von den Staaten, die ihre schützende Hand über Betrug, Ausbeutung, Zerstörung halten.
Im finsteren Mittelalter wurden Bäcker, die zu kleine Brötchen buken, aber dasselbe Geld dafür verlangten, gern in Käfige gesteckt und samt diesen dann in Gewässer getunkt. In unseren herrlichen moderne Zeiten ärgern sich die Leute über die Mineralölkonzerne, aber tanken, zahlen, verbrauchen trotzdem. Was ist vernünftiger?
Man kann es aber auch anders sehen: Der Preis ist das, was ein Verkäufer einem Käufer, der nirgendwo anders (etwas anderes) kaufen kann, im Höchstfall abknöpfen kann, bevor der überhaupt auf den Kauf verzichtet. Eine Verknappung des Angebots spielt dem Verkäufer in die Karten (unter Umständen noch mehr als die Wertigkeit der Ware), das Massenhafte (das oft mit Minderwertigkeit der Ware einhergeht) den Käufern.
Dass etwas teuer ist, macht es nicht besser. Mag sein, dass Gutes teurer ist als Minderwertiges. Doch für die Preisbildung spielt eher die Seltenheit eine Rolle.
Aber warum eigentlich? Wenn ein Bäcker täglich 500 Brötchen bäckt, ihm jedoch eines Tages durch einen technischen Defekt 100 verbrennen, er also im Laden nur noch 400 zum Verkauf anbieten kann, dann kann er ja nicht einfach sagen: So, jetzt kostet ein Brötchen nicht mehr 60 Cent, sondern 75, damit ich meinen Ausfall ausgleichen kann. Sonst sagen die meisten Kunden wohl: Danke, aber dann kaufe ich eben woanders. Schon gar nicht kann er sagen: Ich nehme besser gleich 90 Cent, wer weiß, wann der technische Defekt behoben sein wird. Denn wer anderswo weiter ein Brötchen um 50 oder 60 Cent einkaufe kann, wird das, wenn irgend möglich, auch tun, und der Bäcker hat erst recht Verluste. (Zu Recht.)
Anders die Konzerne, die sich mit dem Verkauf fossiler Brennstoffe eine Art von Lizenz zum Gelddrucken verschafft haben. Krieg der USA gegen den Iran, Speere der Straße von Hormus? Na, da erhöhen wir schon einmal die Preise an den Tankstellen. Obwohl sich unsere Einkaufspreise noch gar nicht erhöht haben. Und selbst wenn Benzin und Diesel wirklich knapp würden: Es handelte sich doch um dieselben Produkte, sie sind nicht besser geworden, warum also teurer? Auch die Nachfrage steigt ja nicht. Warum also der Preis? Weil die Gelegenheit günstig ist.
Und im Unterschied zum Bäckerbrötchen kann der unzufriedene Kunde nicht einfach zu einer anderen Tankstelle wechseln, wenn alle Konzerne die Preise erhöhen. Wem die Brötchen überall zu teuer sind, der kann auf andere Backwaren umsteigen. Wer seine „Mobilität“ von fossilem Treibstoff abhängig gemacht (oder gehalten) hat, muss zahlen, was verlangt wird. Darf aber jammern. denn anscheinend erwartet niemand ― außer irgendwelchen Ökospinnern wie ich ―, dass höhere Spritpreise zu weniger Fahrten führen. Und das scheint zeitnahen Untersuchungen zu Folge auch nicht der Fall zu sein: Es wird gejammert, getankt, gefahren ― und geblecht. Sinnvolle Vorschläge wie ein allgemeines Tempolimit werden sowieso als unrealistisch weggebügelt. Warum spritsparende Geschwindigkeitsbegrenzungen entmündigend sein sollen, hohe Spritpreise jedoch nicht, versteht dabei wohl nur die fossilfixierte Volksseele.
Energieverbrauch senken, Energie nachhaltig und erneuerbar ezeugen: Darum ginge es. Weniger „Individualverkehr“, mehr und bessere öffentliche Verkehrsmittel. Stattdessen sind weiterhin Flugreise, Flughafenausbau und der Bau von gigantischen Rechenzentren angesagt. Es ist, als ob die Menschheit (oder ein leider entscheidender Teil derselben) die Zerstörung der Lebensgrundlagen von Flora, Fauna und Menschheit geradezu herbeisehnte. Dazu kommen noch die Realitätsabgewandten, die darauf setzen, neue Technologien würden schon irgendwie rechtzeitig alles richten. Die moderne Technik hat die Welt in die Scheiße geritten, nun soll sie sie (demnächst, versprochen!) wieder herauszerren? Gibt es irgendein Indiz dafür? Oder nicht doch bloß Symptome des destruktiven Technofaschismus?
Um auf Bäcker und Konzerne zurückzukommen: Der einzelne Bäcker hat wenig Macht, darum kann er seine Kunden nur wenig bescheißen. Die Multis aber haben sich Machtpositionen geschaffen und darum machen sie gewaltige Geschäfte ― auf Kosten der Kunden, der Zulieferer, der Arbeitnehmer, der Umwelt. Wohlgemerkt: Weil sie mächtig sind, machen sie irrsinnige Vermögen, nicht andersherum. Ihre Gewinne sind abhängig von eigener Marktmacht und von den Staaten, die ihre schützende Hand über Betrug, Ausbeutung, Zerstörung halten.
Im finsteren Mittelalter wurden Bäcker, die zu kleine Brötchen buken, aber dasselbe Geld dafür verlangten, gern in Käfige gesteckt und samt diesen dann in Gewässer getunkt. In unseren herrlichen moderne Zeiten ärgern sich die Leute über die Mineralölkonzerne, aber tanken, zahlen, verbrauchen trotzdem. Was ist vernünftiger?