Die Missachtung des Anderen ist die Grundhaltung derer, die politischen Gewalt anwenden oder anwenden wollen. Was der Andere will, was er braucht, was er darf oder muss, ist völlig egal, es kommt nur auf einen selbst an und darauf, sich und das, was man will, durchzusetzen. Der physischen Gewalt geht sozusagen logisch die ethische (also unethische) Gewalt voraus. Die Verweigerung einer Ethik ist die Voraussetzung der Ersetzung von Politik durch Gewalt
Damit kehrt der Faschismus die ethische Ordnung um: Die Starken soll über die Schwachen triumphieren, die Schwachen, Fremden, Unverständlichen sollen letztlich verschwinden (oder allenfalls, falls brauchbar, Sklaven sein dürfen). Jede Verpflichtung von Mensch zu Mensch wird durch die Festlegung auf das abgebliche Recht der Macht (das eben in Wirklichkeit nichts anderes ist als die Tatsache der Unterdrückung) ersetzt. Je mehr sich einer diesem Grundsatz unterwerfe, desto mehr sei er zur Herrschaft berufen.