„Ausgerechnet an diesem Samstag war Siebenschläfertag.“ (ARD-Text) Exakt. So wurde das im Römischen Generalkalender einkalkuliert: Fest der sieben Schläfer von Ephesos am 27. Juni. Da staunt die Dschornalistin (beliebigen Geschlechts). Das hatte sie nicht erwartet. Sie hätte sich wohl einen anderen Tag gewünscht. Aber was soll man machen. Die reformunwillige Amtskirche hat wieder zugeschlagen.
Montag, 29. Juni 2026
Samstag, 27. Juni 2026
Notiz zur Zeit (270)
Der deutsche Bundestag hat ein Gesetz beschlossen, durch das künftig die Möglichkeit der Umweltschutzverbände, vor Gericht gegen Bauvorhaben zu klagen, stark eingeschränkt sein werden. Gut so. Endlich wird den linksgrünen Nörgerlern das Maul gestopft. Hitler hat die Autobahnen auch ohne die Ökospinner gebaut.
Die Folgen einer Politik ohne und gegen Umweltschutz bekommen die Menschen in Europa derzeit einmal mehr am eigenen Leibe zu spüren. Extreme Hitze lässt viele leiden und einige sterben. Der Klimawandel spielt eine Rolle und ein menschenfeindliches Bauen von Häusern und Städten.
Derweil ist die bundesdeutsche Regierung damit befasst, soziale Reformen zu verhängen, insbesondere gegen Ruheständler. „Reform“ ist ein Fachvokabel und bedeutet laienhaft ausgedrückt „Schlechterstellung der Betroffenen“ und „Sozialabbau“. Damit die Rentenbeiträge nicht steigen, sollen die Leute weniger Rente bekommen. Logisch. Daraufhin werden die Sozialausgaben steigen, weil mehr Menschen arm werden. Schuld sind sicher die Zuwanderer, die mehr einzahlen, als sie herausbekommen. Logisch.
Das Geld dort zu holen, wo es massenhaft ist, kommt selbstverständlich nicht in Frage. Man baut schließlich nicht eine auf ungerechter Eigentumsverteilung beruhende Wirtschaft so, dass kollektiv erwirtschaftetes Einkommen von unten nach oben verteilt wird, um dann die so entstandenen Vermögen wieder zu verringern. Wäre ja absurd. Da könnte man sich den Staat ja gleich sparen.
Das völlig Verrückte an all dem Unsinn ist, dass die Verbrecherbanden, die da teils wahllos, teils mit bösartiger Genauigkeit herumregieren, auch noch von der Masse der Leute, die durch sie nichts als kleinen oder großen Schaden davontragen, mehr oder minder gewählt werden. Und das sogar die Möglichkeit besteht, dass noch dümmere, noch bösartigere Lemuren bald am Regieren beteiligt werden.
Glosse CLXVII
Österreich rollt auf eine Hitzewelle zu. Eines solchen Risikos geographischer Mobilität war ich mir gar nicht bewusst.
Donnerstag, 25. Juni 2026
Eigentlich einfach
Wenn Juden als Juden Opfer werden sollen, muss man sich auf ihre Seite stellen. Wenn Juden als Juden Täter werden wollen, darf man sich nicht auf ihre Seite stellen. So einfach ist das. Eigentlich. Mit Judentum oder nicht hat das im Grunde gar nichts zu tun. Den Verfolgten helfen, den Verfolgern nicht. Punkt.
In Deutschland macht man das anders. Dort ließ man sich bekanntlich die Judenverfolgung gefallen oder beteiligte sich sogar daran. (Von Ausnahmen abgesehen.) Dort beschweigt man heute die israelischen Verbrechen oder rechtfertigt und unterstützt sie sogar. (Von Ausnahmen abgesehen.) Wie kann das sein? Wie kann das moralische Urteilsvermögen bei so einfachen Fragen ― „Ist, wer mordet, ein Mörder? Darf man morden?“ ― so nachhaltig versagen?
Vor lauter selbstgefälliger Vergangenheitsbewältigung, Erinnerungskultur und und besonderer Verantwortung als schlimmste Täter aller Zeiten ist das schlichte „Du sollst nicht morden!“ des hebräischen Dekalogs nichts mehr wert?
Die Rechtsextremen hassen das Erinnern der historischen Schuld und bewundern die brutale Entschlossenheit der Zionisten zum Völkermord. Hier ist die Linie klar (und verabscheuungswürdig): Immer das Falsche wählen. Was aber bringt die Nichtrechtsextremen, die doch die Mehrheit sind, dazu, die gegenläufige Klarheit zu verweigern? Man kann nicht (rückwirkend) gegen die Nazis sein, so viel steht fest, und die mörderischen Zionisten gewähren lassen. Wer Unrecht billigt, begeht Unrecht. Wer Unrecht nicht Unrecht nennt, begeht Unrecht. So einfach ist das. Eigentlich
In Deutschland macht man das anders. Dort ließ man sich bekanntlich die Judenverfolgung gefallen oder beteiligte sich sogar daran. (Von Ausnahmen abgesehen.) Dort beschweigt man heute die israelischen Verbrechen oder rechtfertigt und unterstützt sie sogar. (Von Ausnahmen abgesehen.) Wie kann das sein? Wie kann das moralische Urteilsvermögen bei so einfachen Fragen ― „Ist, wer mordet, ein Mörder? Darf man morden?“ ― so nachhaltig versagen?
Vor lauter selbstgefälliger Vergangenheitsbewältigung, Erinnerungskultur und und besonderer Verantwortung als schlimmste Täter aller Zeiten ist das schlichte „Du sollst nicht morden!“ des hebräischen Dekalogs nichts mehr wert?
Die Rechtsextremen hassen das Erinnern der historischen Schuld und bewundern die brutale Entschlossenheit der Zionisten zum Völkermord. Hier ist die Linie klar (und verabscheuungswürdig): Immer das Falsche wählen. Was aber bringt die Nichtrechtsextremen, die doch die Mehrheit sind, dazu, die gegenläufige Klarheit zu verweigern? Man kann nicht (rückwirkend) gegen die Nazis sein, so viel steht fest, und die mörderischen Zionisten gewähren lassen. Wer Unrecht billigt, begeht Unrecht. Wer Unrecht nicht Unrecht nennt, begeht Unrecht. So einfach ist das. Eigentlich
Mittwoch, 24. Juni 2026
Notiz zur Zeit (269)
Deportationszentren am Rande Europas. Eine Schande für die Menschheit.
Wie kaputt muss ein Land sein, wenn dort der schmierige Koks-und-Nutten-Michl als moralische Instanz auftreten kann?
Kühlung für Obdachlose finde ich gut. Obdach für Obdachlose fände ich besser.
Ja klar, es gibt immer mehr Millionäre und Milliardäre und deren Anteil am Gesamtvermögen nimmt immer mehr zu, aber das Problem sind die Rentner, die nicht lange genug gearbeitet haben und zu lange leben. Sagen (überraschenderweise) die Experten, sagt die Regierung, sagen die Medien - und die Leute glauben es. Irr.
Was denn, Boris Johnson ist gar nicht mehr Premier? Irgendwie habe ich die Briten seit ihrem EU-Austritt aus den Augen verloren. Das war schön.
Die deutsche Bahn fährt einfach gar nicht mehr. Das bringt es auf den Punkt, finde ich.
Wie kaputt muss ein Land sein, wenn dort der schmierige Koks-und-Nutten-Michl als moralische Instanz auftreten kann?
Kühlung für Obdachlose finde ich gut. Obdach für Obdachlose fände ich besser.
Ja klar, es gibt immer mehr Millionäre und Milliardäre und deren Anteil am Gesamtvermögen nimmt immer mehr zu, aber das Problem sind die Rentner, die nicht lange genug gearbeitet haben und zu lange leben. Sagen (überraschenderweise) die Experten, sagt die Regierung, sagen die Medien - und die Leute glauben es. Irr.
Was denn, Boris Johnson ist gar nicht mehr Premier? Irgendwie habe ich die Briten seit ihrem EU-Austritt aus den Augen verloren. Das war schön.
Die deutsche Bahn fährt einfach gar nicht mehr. Das bringt es auf den Punkt, finde ich.
Beim Handel spricht man von Mogelpackung, wenn man zum selben Preis weniger Ware bekommt. Wenn hingegen die Politik beschließt, dass die Sozialbeiträge nicht erhöht, sondern Leistungen explizit und implizit gekürzt werden, dann heißt das Reform.
Europa verhandelt über die „technischen“
Details der Deportation von Menschen mit einem (von Europa als terroristisch betrachteten) Regime, das der Grund ist, warum besagte Menschen nach Europa geflohen sind. ― Pfui Deibel, ist das unanständig.
Glosse CLXVI
Irgendetwas sei in den empirischen Zusammenhang hineinintegriert, lese ich bei Gerhard Wehr. In einem bald sechzig Jahre alten Text. Ich befrage sodann das Internet und finde keine weiteren Beispiele für Hineinintegration. Damit verliere ich die Hoffnung, dass mir jemand erklärt, was „herausintegrieren“ bedeuten könnte.
Montag, 22. Juni 2026
Notiz zur Zeit (268)
Seit Jahren stellt man „Verschwörungstheoretiker“ an den Pranger und erklärt sie zu gefährlichen Irren. Tja, und dann stellt sich heraus, dass Jens Spahn mehrfach an den Geheimtreffen von Peter Thiels verschwörerisch-irren Kumpels teilnahm.
Seltsamerweise bleibt der Aufschrei aus. Spahn muss nicht zurücktreten. Anscheinend ist es ebenso normal, an antidemokratischen Verschwörungen teilzunehmen, wie Milliarden an Steuergeld durch unsinnige Maskenkäufe zu verpulvern.
Aber wehe, Spahn hätte je etwas Coronakritisches geäußert. Man hätte ihn mit Mistforken, Dreschflegeln und Fackeln aus dem Dorf getrieben.
Herr Pantisano hat Recht. Die CDU macht längst die Politik, die die AfD fordert: Gegen sozial Schwache und Flüchtlinge, zugunsten der Konzerne und ausländischer Mächte. (Und die SPD macht mit.) Wenn man nun, wofür es gute Gründe gibt, die AfD für faschistisch hält, dann folgt daraus, dass die CDU faschistische Politik macht und also in der Tat selbst faschistisch ist. Wenn Herrn Günther diese Logik nicht gefällt, dann soll er für andere Politik eintreten. Will er aber nicht. Also pöbelt er lieber gegen Pantisano. Und der rudert zurück ...
Tja, so wird das wieder was mit dem Faschismus in Deutschland: Die einen sind die Steigbügelhalter und die anderen richten ihren Antifaschismus gegen unbekannt.
Aufgeschnappt (bei Christian Ehring)
Ich weiß natürlich, dass künstliche Intelligenz überall, ist und das ist ja nicht nur schlecht. KI sorgt für eine Emanzipation der Talentfreien. Das ist ja was Gutes. Also zumindest auf dem Gebiet der Sprache und der Kultur. KI ist das Spielzeug der Minderbegabten. Man muss nicht mehr schreiben können, um zu schreiben, Kunst machen können, um Kunst zu machen, und Filme machen können, um Filme zu machen, musikalisch sein, um Musik zu machen. Durch KI werden unkreative, uninspirierte, faule und völlig unbegabte Menschen befähigt, am kulturellen Leben teilzuhaben. Es ist nicht weniger als das größte kreative Inklusionsprojekt seit Erfindung der Blockflöte. Ich frage mich nur, warum soll ich mir das anhören. Warum soll ich mir etwas anhören, was von einer Wahrscheinlichkeitsmaschine zusammengerührt worden ist, sprachlicher Bauschaum? da wär’s doch besser, wenn sich solche Reden auch nur Maschinen anhören würden, und dann am besten auch gleich als chatbot auf Social Media selber kommentieren, hassen, beleidigen, und andere Maschinen reagieren darauf, und der Mensch hätte endlich wieder Zeit zu denken. Und zu schreiben.
Freitag, 19. Juni 2026
Notiz zur Zeit (267)
Ein Drittel der zwischen 2005 und 2023 in die BRD Eingewanderten hat bisher einen akademischen Abschluss. Der Akademiker-Anteil der Bevölkerung „ohne Migrationshintergrund“ liegt bei etwa 18 Prozent. Zuwanderer schließen also fast doppelt so häufig ihr Hochschulstudium ab wie Geburtsdeutsche. In einem Land, in dem Bildung faktisch immer weniger gilt, dürfte auch das den Migrierten vorgeworfen werden.
Deportationszentren am Rande Europas: Was für eine Schande hat das EU-Parlament da dem Abendland angetan. Ich bin nicht oft der Meinung Robert Misiks, aber hier hat er völlig Recht: Diese Schandstätten (mein Ausdruck) gehören mitten in die europäischen Hauptstädte. Und ich möchte den Vorschlag verfeinern: Misik denkt an Vergnügungsstätten (Prater, Volksgarten), ich wäre eher für Einkaufszentren. Durch gehorsames Konsumieren die Wirtschaft ankurbeln und dabei entrechteten, entwürdigten und gequälten Menschen beim Vegetieren zuschauen, das passt doch sehr gut zusammen.
Mittwoch, 17. Juni 2026
Unterwegs (40)
Nicht jedem kommt es ästhetisch zu Gute, dass auch in diesem Sommer die Mode wieder verlangt, die kurzen Hosen einiges überm Knie enden zu lassen. Manche Männer und Jünglinge haben einfach nicht die Waden und Knie dafür. Manchen freilich steht das ganz ausgezeichnet und ist ein erfreulicher Anblick. Zuweilen sogar, finde ich ein geradezu übertrieben erfreulicher. So viel Nacktheit grenzt ans Obszöne. Soll man wirklich in der Öffentlich so viel private Haut von sich zeigen? Banalisiert das nicht die Nacktheit und ihre Verheißungen?
Ein solches Bedenken zeigt übrigens, dass meine häufig vorgebrachten Einwände gegen die maßlose Selbstentblößung von Frauen und Mädchen, keineswegs sexistisch sind, sondern im Prinzip beide Geschlechter betreffen. Aber Männer gehen im Alltag selten so weit wir Frauen, ihre Selbstverobjektivierung hat ja auch andere Traditionen.
An einer Starßenbahnhaltestelle geht ein sehr muskulöser junger Mann mit nacktem Oberkörper an mir vorüber. Ich schmachte ihm nicht nach. Das will der doch nur. (wenn auch vermutlich nicht unbedingt von mir.) Man soll Exhibitionisten nicht ermutigen.
Die kleine Lücke zwischen Hosenbein und Söckchen, diese minimale Anblick von Haut, hat für mich oft etwas so Verlockendes, dass er mir sogar bei einigen Über-30-Jährigen gefällt.
Ein solches Bedenken zeigt übrigens, dass meine häufig vorgebrachten Einwände gegen die maßlose Selbstentblößung von Frauen und Mädchen, keineswegs sexistisch sind, sondern im Prinzip beide Geschlechter betreffen. Aber Männer gehen im Alltag selten so weit wir Frauen, ihre Selbstverobjektivierung hat ja auch andere Traditionen.
An einer Starßenbahnhaltestelle geht ein sehr muskulöser junger Mann mit nacktem Oberkörper an mir vorüber. Ich schmachte ihm nicht nach. Das will der doch nur. (wenn auch vermutlich nicht unbedingt von mir.) Man soll Exhibitionisten nicht ermutigen.
Die kleine Lücke zwischen Hosenbein und Söckchen, diese minimale Anblick von Haut, hat für mich oft etwas so Verlockendes, dass er mir sogar bei einigen Über-30-Jährigen gefällt.
Montag, 15. Juni 2026
Der Wahnsinn der Unterwerfung
Er hatte den deutlichen Eindruck, unter lauter Wahnsinnigen zu leben. Zwar überlegte er manchmal, ob vielleicht er der Wahnsinnige sei und die anderen doch seelisch gesund, aber er konnte sich nicht überwinden, für normal zu halten, was die anderen so taten und ließen. Nein, wenn es Wahnsinn war, und es war Wahnsinn, dann war es deren Wahnsinn, und unverständlicherweise war er davon verschont geblieben.
Er nannte die Krankheit Unterwerfung. Die Leute unterwarfen sich dauernd: den herrschenden Verhältnissen, den herrschenden Meinungen, den herrschenden Moden, ihren eigenen Sehnsüchten und Ängsten, ihren Begierden und Bequemlichkeiten, ihren Gewohnheiten, Unarten und Dummheiten. Kritisches Denken, das in Frage stellen könnte, was gerade herrschte, war für die Leute unvorstellbar, sie hielten sich zwar zuweilen für kritisch, aber was dabei herauskam, war letztlich doch nur Anpassung und Unterwerfung.
Er hielt das für einen psychischen Defekt, anerzogen, nicht angeboren, eine Krankheit also. Freilich eine in der Art einer Alkohol-, Drogen- oder Spielsucht, also etwas, das man sich selbst zufügt, aus eigenem Antrieb und vielleicht in schlechter Gesellschaft, aber nichts, was man ohne eigenes Zutun zu Stande käme. Die Leute fangen an zu saufen, viel zu saufen, sehr viel, bis nicht mehr anders können, als immer weiter zu saufen, dann gelten sie als krank Niemand hat ihn gesagt, sie sollten so viel saufen, sie haben selbst entschieden, es zu tun, sie hatten sehen müssen, was Säufer sind, dass das Saufen nicht wirklich ein Spaß ist, sie hatten sich eingeredet, bei ihnen sei das anders, sie könnten damit umgehen, sie hätten das im Griff. Dann sind sie krank und erwarten Hilfe von anderen.
Der Wahnsinn, in den sich die Leute selbst hineinsteigern, die Unterwerfung, ist anderer Art. Es ist keine Krankheit, an der man leidet. Nicht nur gerät man mit Genuss und Befriedigung hinein, man lebt auch mit gutem Gefühl darin, man merkt gar nicht, dass man krank ist, man hält sich für kerngesund und hält große Stücke auf den eigenen Verstand.
Gerade die Bereitschaft der Leute, in ihrem Wahnsinn kein Problem zu sehen und ihre Unfähigkeit dazu, an ihm zu leiden, hielt er für ein Symptom der Erkrankung. Vielleicht war es ein Hinweis auf Unheilbarkeit.
Andere Symptome waren: Realitätsverweigerung, also die Weigerung, das Offensichtliche zu sehen, es als das wahrzunehmen, was es war, und richtige Schlüsse für das eigene Handeln daraus zu ziehen. Ein Beispiel der jüngeren Zeit war das, was man den Klimawandel nannte. Dass der Umgang der Menschheit mit ihren eigenen Lebensgrundlagen und der so vieler Pflanzen- und Tierarten belastend und zerstörerisch war, musste doch selbst ein Kind begreifen. Wie hätten der Raubbau und Einbringung von Gift ohne Folgen bleiben können? Jeder, der Fabriken und Automobile kannte, und wer hätte sie nicht kennen müssen, konnte doch riechen und schmecken, was da für Dreck in die Luft, ins Wasser, in die Erde geriet. Dazu brauchte es keine chemische Analyse. Die gab es freilich. Und Studien zur Auswirkung etwa der Treibstoffgase auf die Erderwärmung und damit das Klima. Man musste wie gesagt kein Wissenschaftler sein, um das nachvollziehen zu können, man musste nur einmal nachdenken: Über die industrielle Produktion, den rauschhaften Konsum, die Fülle des Mülls und der Giftstoffe. Statt nun aber von „der Politik“, die man doch, auch so ein Wahn, als „demokratischer Souverän“ gewählt hatte, schleunigst Gegenmaßnahmen einzufordern, einen fundamentalen Umbau der Wirtschaftsweisen mit der Folge eines radikalen Wandels der Lebensweisen, beließ man es bei ein bisschen Besorgtheit.
Der Wahnsinn war fest etabliert und umfassend. Jede Form der Kritik an ihm, sofern man denn eine Krankheit kritisieren kann und nicht einfach nur diagnostizieren muss, droht Teil der Symptomatik zu werden. Einfach alles konnte vom Wahnsinn verschluckt und verdaut werden. Das wurde dann von den vom Wahn Befallenen wieder ausgeschieden und erneut verschluckt. Die eigene Scheiße zu fressen ― metaphorisch, versteht sich ― war eine typische Praxis der Wahnsinnigen. Nichts, was man zu ihnen sagte, nichts, was man ihnen sagte, drang tiefer zu ihnen durch als nur so weit, bis das System es verarbeitet und neutralisiert hatte. Der Wahnsinn vermochte sich alles zu unterwerfen, da er selbst durch und durch Unterwerfung war.
Er nannte die Krankheit Unterwerfung. Die Leute unterwarfen sich dauernd: den herrschenden Verhältnissen, den herrschenden Meinungen, den herrschenden Moden, ihren eigenen Sehnsüchten und Ängsten, ihren Begierden und Bequemlichkeiten, ihren Gewohnheiten, Unarten und Dummheiten. Kritisches Denken, das in Frage stellen könnte, was gerade herrschte, war für die Leute unvorstellbar, sie hielten sich zwar zuweilen für kritisch, aber was dabei herauskam, war letztlich doch nur Anpassung und Unterwerfung.
Er hielt das für einen psychischen Defekt, anerzogen, nicht angeboren, eine Krankheit also. Freilich eine in der Art einer Alkohol-, Drogen- oder Spielsucht, also etwas, das man sich selbst zufügt, aus eigenem Antrieb und vielleicht in schlechter Gesellschaft, aber nichts, was man ohne eigenes Zutun zu Stande käme. Die Leute fangen an zu saufen, viel zu saufen, sehr viel, bis nicht mehr anders können, als immer weiter zu saufen, dann gelten sie als krank Niemand hat ihn gesagt, sie sollten so viel saufen, sie haben selbst entschieden, es zu tun, sie hatten sehen müssen, was Säufer sind, dass das Saufen nicht wirklich ein Spaß ist, sie hatten sich eingeredet, bei ihnen sei das anders, sie könnten damit umgehen, sie hätten das im Griff. Dann sind sie krank und erwarten Hilfe von anderen.
Der Wahnsinn, in den sich die Leute selbst hineinsteigern, die Unterwerfung, ist anderer Art. Es ist keine Krankheit, an der man leidet. Nicht nur gerät man mit Genuss und Befriedigung hinein, man lebt auch mit gutem Gefühl darin, man merkt gar nicht, dass man krank ist, man hält sich für kerngesund und hält große Stücke auf den eigenen Verstand.
Gerade die Bereitschaft der Leute, in ihrem Wahnsinn kein Problem zu sehen und ihre Unfähigkeit dazu, an ihm zu leiden, hielt er für ein Symptom der Erkrankung. Vielleicht war es ein Hinweis auf Unheilbarkeit.
Andere Symptome waren: Realitätsverweigerung, also die Weigerung, das Offensichtliche zu sehen, es als das wahrzunehmen, was es war, und richtige Schlüsse für das eigene Handeln daraus zu ziehen. Ein Beispiel der jüngeren Zeit war das, was man den Klimawandel nannte. Dass der Umgang der Menschheit mit ihren eigenen Lebensgrundlagen und der so vieler Pflanzen- und Tierarten belastend und zerstörerisch war, musste doch selbst ein Kind begreifen. Wie hätten der Raubbau und Einbringung von Gift ohne Folgen bleiben können? Jeder, der Fabriken und Automobile kannte, und wer hätte sie nicht kennen müssen, konnte doch riechen und schmecken, was da für Dreck in die Luft, ins Wasser, in die Erde geriet. Dazu brauchte es keine chemische Analyse. Die gab es freilich. Und Studien zur Auswirkung etwa der Treibstoffgase auf die Erderwärmung und damit das Klima. Man musste wie gesagt kein Wissenschaftler sein, um das nachvollziehen zu können, man musste nur einmal nachdenken: Über die industrielle Produktion, den rauschhaften Konsum, die Fülle des Mülls und der Giftstoffe. Statt nun aber von „der Politik“, die man doch, auch so ein Wahn, als „demokratischer Souverän“ gewählt hatte, schleunigst Gegenmaßnahmen einzufordern, einen fundamentalen Umbau der Wirtschaftsweisen mit der Folge eines radikalen Wandels der Lebensweisen, beließ man es bei ein bisschen Besorgtheit.
Der Wahnsinn war fest etabliert und umfassend. Jede Form der Kritik an ihm, sofern man denn eine Krankheit kritisieren kann und nicht einfach nur diagnostizieren muss, droht Teil der Symptomatik zu werden. Einfach alles konnte vom Wahnsinn verschluckt und verdaut werden. Das wurde dann von den vom Wahn Befallenen wieder ausgeschieden und erneut verschluckt. Die eigene Scheiße zu fressen ― metaphorisch, versteht sich ― war eine typische Praxis der Wahnsinnigen. Nichts, was man zu ihnen sagte, nichts, was man ihnen sagte, drang tiefer zu ihnen durch als nur so weit, bis das System es verarbeitet und neutralisiert hatte. Der Wahnsinn vermochte sich alles zu unterwerfen, da er selbst durch und durch Unterwerfung war.
Sonntag, 14. Juni 2026
Samstag, 13. Juni 2026
Aufgeschnappt (beim Papst)
Wir dürfen den Schmerz nicht vergeistigen und ihn oberflächlicherweise „Gottes Willen“ oder einem geheimnisvollen Plan Gottes zuschreiben. Gott will nicht, dass wir leiden. Er trägt das Leid mit uns.
Freitag, 12. Juni 2026
Aufgeschnappt (beim Papst)
Wir alle sind – in gewisser Weise – Migranten, wir alle sind Pilger auf dem Weg zur Heimat im Himmel. Helfen wir einander, diesen Weg für alle menschlicher zu gestalten, indem jeder das beiträgt, was in seiner Macht steht.
Verleger
Verleger wissen immer sehr genau, was Leser wollen und was sie nicht wollen, was sie verstehen werden und was sie überfordern wird, was sie anziehen kann und was sie abstoßen muss. Und selbst wenn sie Recht hätten ― was sie gewiss nicht haben, jedenfalls nicht in jedem Fall, weil ihr Urteil auf subjektiven Erfahrungen und deren subjektiver Deutung beruht ― so gilt doch immer (oder zumindest in den besten Fällen sollte gelten): Bücher werden nicht in dem Sinne für Leser geschrieben, dass sie deren Erfahrungen „widerspiegeln“, deren Erwartungen erfüllen und deren Gewohnheiten bestätigen sollen. Im Gegenteil, gute Bücher brechen mit dem Geschmack der Voreingenommenheit der Leser. Die Aufgabe von Verlegern wäre es, andere Kriterien als bloß kommerzielle zu haben und nicht bloß Waren feilzubieten, sondern Kunstwerke zu propagieren. Also mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln alles zu tun, um die Leser auf einen neuen Geschmack zu bringen.
Mit dem gewöhnlichen Dreck können sie das ja auch. Denn die Realität sieht so aus: Verlag verdienen ihr Geld nicht mit literarischen Kunstwerken, sondern mit Literatursimulationen, mit der Vorspiegelung von Belletristik, mit mal mehr, mal weniger geschickt fabriziertem Lesestoff, der ablenkt, zerstreut, verdummt. Das ist ihre Sache. Wo sie aber im Namen ihres Anliegens ― Geld. Geld, noch mehr Geld ― in Kunstwerke einzugreifen versuchen, muss man ihnen das verwehren. Das ist die Verantwortung des Schriftstellers, des schwächsten Gliedes in der Lieferkette Autor-Text-Verlag-Ware-Leser. Lieber nicht publizieren, als angepasstes, marktgängiges, sinnloses Zeug in den Betrieb zu pumpen. Lieber unbedeutender Sand im millionenschweren Getriebe sein, und wäre es durch Verlagsverweigerung.
Mit dem gewöhnlichen Dreck können sie das ja auch. Denn die Realität sieht so aus: Verlag verdienen ihr Geld nicht mit literarischen Kunstwerken, sondern mit Literatursimulationen, mit der Vorspiegelung von Belletristik, mit mal mehr, mal weniger geschickt fabriziertem Lesestoff, der ablenkt, zerstreut, verdummt. Das ist ihre Sache. Wo sie aber im Namen ihres Anliegens ― Geld. Geld, noch mehr Geld ― in Kunstwerke einzugreifen versuchen, muss man ihnen das verwehren. Das ist die Verantwortung des Schriftstellers, des schwächsten Gliedes in der Lieferkette Autor-Text-Verlag-Ware-Leser. Lieber nicht publizieren, als angepasstes, marktgängiges, sinnloses Zeug in den Betrieb zu pumpen. Lieber unbedeutender Sand im millionenschweren Getriebe sein, und wäre es durch Verlagsverweigerung.
Triumph des Minderwertigen
Und wieder und wieder frage ich mich, wie kann es sein, dass das Dumme, das eine Gestalt des Bösen ist, dermaßen triumphiert? Das Böse braucht sich in dieser Zeit nicht zu verstellen, zu tarnen, Kreide zu fressen und sich heroisch zu inszenieren. Es kann sich genau so dumm, lächerlich, gierig, schamlos geben, wie es ist ― und die Leute können all das sehen und heißen es dennoch gut. Jedenfalls tun das viel zu viele, früher. als die visuellen Technologien noch dürftig waren, konnte man sagen: Die Leute waren fast (nur fast!) entschuldigt, wenn sie das Erbärmliche, Abstoßende an Mickerlingen wie Mussolini und Hitler (und zuvor Lenin; bei Stalin hatten sie sowieso keine andere Wahl) nicht wahrnahmen. Was hatten sie denn zum Vergleich, wie wenig wurde ihnen vorgeführt und wie fern war ihnen ihr Idol … Heute aber sind die bösen Clowns überlebensgroß sichtbar, ihre Minderwertigkeit versteckt sich nicht, sie ist offensichtlich, und ihre Lügen wären rasch aufzudecken. Es gibt keine Entschuldigungen mehr. Und doch ist der Fanatismus extrem und stabil. Man stellt sich dumm und ist dumm. Völliger Realitätsverlust, geradezu totale Simulation. Triebtäter ohne Hemmung, ohne Verantwortung, fernab der Vernunft und des Gewissens. Was soll nur werden?
Natur als theologische Herausforderung
Fressen und Gefressenwerden: Um leben zu können, muss getötet werden (Tier oder Pflanze). Wer hat die Welt so eingerichtet? Ein liebender Gott?
Donnerstag, 4. Juni 2026
Würde oder Armut
So ein Duschbus zum Beispiel ist eine gute Sache. Damit wird Menschen, die auf der Straße leben, die Möglichkeit gegeben, sich einmal gründlich zu waschen. Sauber zu sein ist, könnte man sagen, ein oft missachtetes Menschenrecht, jedenfalls aber wird jemandem, der keinen festen Wohnsitz hat, mit der mobilen Möglichkeit zum individuellen Duschen (statt der Kollektivduschen in Unterkünften) ein wenig ihrer Würde zurückgegeben.
Um mal ein Stückchen sehr schöner Prosa zu zitieren: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Kennt man. Klingt gut. Aber die Realität ist eine andere. Meines Wissens sind Duschbusse für Frauen oder Männer immer Angebote von wohltätigen Organisationen. Kommunen? Staat? Fehlanzeige.
Hat sich was mit Würde. Wohnungs- und Obdachlosigkeit gilt als „soziales“, also im Grunde wirtschaftliches Problem. Dabei ist es ein ethisches, also politisches. Wer nicht will, dass Menschen auf der Straße leben müssen, muss ihnen Wohnraum verschaffen. Man weiß aus zahlreichen und vielfältigen Erfahrungen: Mit den eigenen vier Wänden sind nicht alle Probleme gelöst, aber sie lassen sich besser lösen. Wer wohnt, selbständig und aus eigenem Recht, kann sich eine Lohnarbeit suchen, Geld verdienen, an der Gesellschaft teilnehmen. In den meisten Fällen geht das gut. Aber will „man“ das überhaupt, die Leute von der Straße zu holen? Ist irgendwer von denen, die das Sagen haben, an der Würde der Ärmsten und Gefährdetsten überhaupt interessiert?
Die Gesellschaft leistet sich Armut, um sich Reichtum leisten zu können. Arme werden verachtet, Reiche bewundert. Vielleicht kommt es auch zu Mitleid und Neid. Jedenfalls aber wird nicht ausreichend wahrgenommen, dass die Wenigen nur deshalb so reich sind, weil viele es nicht sind und manche sogar bettelarm. Reichtum gilt als Leistung, auch wenn er ergaunert ist (was er immer ist, auch wo er ererbt wurde). Armut gilt als Versagen. Mag ja stimmen. Aber wenn einer stürzt, hilft man ihm auf. Das gebieten Anstand und Vernunft. Und wo welche sich über andere erheben, stürzt man sie beizeiten. Das gebieten Vernunft und revolutionäre Ethik.
Reichtum ist mit der Würde der Armen unvereinbar. Armut ist mit der Würde der Armen unvereinbar. Und die Entwürdigung der Armen ist mit der Würde aller unvereinbar. Was folgt daraus und daraus, dass der Staat seine Selbstverpflichtung darauf, die Würde jedes Einzelnen ― wer sonst wäre „der Mensch“? ― zu achten und zu schützen, nicht einhält? Daraus folgt die wohlüberlegte Notwendigkeit, den Staat abzuschaffen und ein freies, gleichberechtigtes Zusammenleben mit allgemeinem Wohlstand, also ohne Armut oder Reichtum, zu schaffen. Anders gesagt: Ohne Anarchie gibt es keine menschliche Würde im gesellschaftlichen Maßstab. Mit ihr braucht es auch keine Duschbusse mehr.
Um mal ein Stückchen sehr schöner Prosa zu zitieren: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Kennt man. Klingt gut. Aber die Realität ist eine andere. Meines Wissens sind Duschbusse für Frauen oder Männer immer Angebote von wohltätigen Organisationen. Kommunen? Staat? Fehlanzeige.
Hat sich was mit Würde. Wohnungs- und Obdachlosigkeit gilt als „soziales“, also im Grunde wirtschaftliches Problem. Dabei ist es ein ethisches, also politisches. Wer nicht will, dass Menschen auf der Straße leben müssen, muss ihnen Wohnraum verschaffen. Man weiß aus zahlreichen und vielfältigen Erfahrungen: Mit den eigenen vier Wänden sind nicht alle Probleme gelöst, aber sie lassen sich besser lösen. Wer wohnt, selbständig und aus eigenem Recht, kann sich eine Lohnarbeit suchen, Geld verdienen, an der Gesellschaft teilnehmen. In den meisten Fällen geht das gut. Aber will „man“ das überhaupt, die Leute von der Straße zu holen? Ist irgendwer von denen, die das Sagen haben, an der Würde der Ärmsten und Gefährdetsten überhaupt interessiert?
Die Gesellschaft leistet sich Armut, um sich Reichtum leisten zu können. Arme werden verachtet, Reiche bewundert. Vielleicht kommt es auch zu Mitleid und Neid. Jedenfalls aber wird nicht ausreichend wahrgenommen, dass die Wenigen nur deshalb so reich sind, weil viele es nicht sind und manche sogar bettelarm. Reichtum gilt als Leistung, auch wenn er ergaunert ist (was er immer ist, auch wo er ererbt wurde). Armut gilt als Versagen. Mag ja stimmen. Aber wenn einer stürzt, hilft man ihm auf. Das gebieten Anstand und Vernunft. Und wo welche sich über andere erheben, stürzt man sie beizeiten. Das gebieten Vernunft und revolutionäre Ethik.
Reichtum ist mit der Würde der Armen unvereinbar. Armut ist mit der Würde der Armen unvereinbar. Und die Entwürdigung der Armen ist mit der Würde aller unvereinbar. Was folgt daraus und daraus, dass der Staat seine Selbstverpflichtung darauf, die Würde jedes Einzelnen ― wer sonst wäre „der Mensch“? ― zu achten und zu schützen, nicht einhält? Daraus folgt die wohlüberlegte Notwendigkeit, den Staat abzuschaffen und ein freies, gleichberechtigtes Zusammenleben mit allgemeinem Wohlstand, also ohne Armut oder Reichtum, zu schaffen. Anders gesagt: Ohne Anarchie gibt es keine menschliche Würde im gesellschaftlichen Maßstab. Mit ihr braucht es auch keine Duschbusse mehr.
Mittwoch, 3. Juni 2026
Notiz zur Zeit (266)
Der US-amerikanische Präsident erklärt in einen Interview, die meisten Leute wüssten nicht, dass man das Wort dumb mit einem B am Ende schreibe. Da hat man den ganzen Trump: Er setzt seine eigene Unbildung mit der der Masse gleich und hat wohl Recht damit.
Trumps Zustimmungswerte seien sehr niedrig, heißt es immer wieder. Ich halte nun aber ein Drittel nicht für wenig, sondern im Gegenteil für unverständlich viel. Wie kann es sein, dass jeder dritte erwachsene US-Amerikaner einen eitlen, lügnerischen, ehebrecherischen, heuchlerischen, habgierigen, ungebildeten, unfähigen, offensichtlich dementen, bösartigen und vollkommen lächerlichen Dummkopf und dessen entsprechende Politik gut findet? Wer das begreifen könnte, hätte etwas über die menschliche Natur herausgefunden, was eben so erschreckend und abstoßend wie erhellend wäre.
Ich schreibe nur ungern über den Orangefarbenen Götzen. Man fühlt sich besudelt, wenn man über seine Entgleisungen informiert wird, und entwürdigt, wenn man sie kommentiert. Selbst Humor macht das nur erträglich, wenn er auf blankem Hass beruht oder wenigstens abgrundtiefer Verachtung.
Westlichen Interessen: Ja, und?
Manche ganz, ganz Schlauen sagen, zwar habe Russland die Ukraine angegriffen, aber dass der Krieg immer weitergehe, liege an den westlichen Interessen, vor allem dem Militärisch-industriellen Komplex. Überhaupt habe ja der Westen Russland zum Krieg gewissermaßen gezwungen und westliche Firmen verdienten jetzt daran, dass die Ukraine sich nicht ergeben dürfe. Zu Lasten der bedauernswerten Ukrainer und Ukrainerinnen.
Nun, westliche Interessen sind im Zusammenhang mit Russlands Aggression und der Verteidigung der Ukraine nicht zu leugnen. Das mit der Bedrohung und Einkreisung Russlands ist zwar Quatsch (und die Idee, die Ukrainer verteidigten sich nicht freiwillig, sondern würden von Washington und Brüssel dazu genötigt, erst recht), aber es gibt tatsächlich westliche Unternehmen, die vom Krieg profitieren. Und, was folgt daraus? Sollen sich die Ukrainerinnen und Ukrainer Russland unterwerfen und zu rechtlosen Untertanen einer mörderischen Diktatur werden, um westlichen Rüstungskonzernen ein Geschäft zu verderben, das diese dann wieder direkt mit Russland machen möchten? (Wo der Militärisch-industrielle Komplex identisch ist mit der regierende Oligarchie.) Sollen die Menschen in der Ukraine auf Freiheit, Würde, Selbstbestimmung, Demokratie und Rechtsstaat verzichten (denn das alles gibt es in Putins Reich nicht), damit ein paar überschlaue „Pazifisten“ an ihren gemütlichen (weil im Westen stehenden) Schreibtischen „Ätsch!“ zu USA und NATO sagen können?
Es ist leider wahr: Dass die Ukraine sich gegen einen völkermörderischen Feind verteidigt, hebt den globale Kapitalismus nicht auf. Doch bei aller berechtigten und nötigen Kritik am Westen gilt auf jeden Fall: Russland, Rotchina, Nordkorea etc. sind keine Alternative, politisch nicht, gesellschaftlich nicht, wirtschaftlich nicht, ökologisch nicht, kulturell nicht. Wer aus lauter Hass auf den Westen östliche Diktaturen, menschenverachtende Regimes, wahnsinnige Schlächter, brutale Ausmerzer von Umwelt und Kultur favorisiert, hat weder Intelligenz noch Recht noch Ethik auf seiner Seite. Ganz im Gegenteil.
Nun, westliche Interessen sind im Zusammenhang mit Russlands Aggression und der Verteidigung der Ukraine nicht zu leugnen. Das mit der Bedrohung und Einkreisung Russlands ist zwar Quatsch (und die Idee, die Ukrainer verteidigten sich nicht freiwillig, sondern würden von Washington und Brüssel dazu genötigt, erst recht), aber es gibt tatsächlich westliche Unternehmen, die vom Krieg profitieren. Und, was folgt daraus? Sollen sich die Ukrainerinnen und Ukrainer Russland unterwerfen und zu rechtlosen Untertanen einer mörderischen Diktatur werden, um westlichen Rüstungskonzernen ein Geschäft zu verderben, das diese dann wieder direkt mit Russland machen möchten? (Wo der Militärisch-industrielle Komplex identisch ist mit der regierende Oligarchie.) Sollen die Menschen in der Ukraine auf Freiheit, Würde, Selbstbestimmung, Demokratie und Rechtsstaat verzichten (denn das alles gibt es in Putins Reich nicht), damit ein paar überschlaue „Pazifisten“ an ihren gemütlichen (weil im Westen stehenden) Schreibtischen „Ätsch!“ zu USA und NATO sagen können?
Es ist leider wahr: Dass die Ukraine sich gegen einen völkermörderischen Feind verteidigt, hebt den globale Kapitalismus nicht auf. Doch bei aller berechtigten und nötigen Kritik am Westen gilt auf jeden Fall: Russland, Rotchina, Nordkorea etc. sind keine Alternative, politisch nicht, gesellschaftlich nicht, wirtschaftlich nicht, ökologisch nicht, kulturell nicht. Wer aus lauter Hass auf den Westen östliche Diktaturen, menschenverachtende Regimes, wahnsinnige Schlächter, brutale Ausmerzer von Umwelt und Kultur favorisiert, hat weder Intelligenz noch Recht noch Ethik auf seiner Seite. Ganz im Gegenteil.
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