Mittwoch, 9. September 2026
Glosse CLXXX
Sonntag, 12. Juli 2026
Glosse CLXVIII
Indschenjör. Das war mit neu, ist aber nach Dschornalist und Dschühri nur konsequent.
Samstag, 27. Juni 2026
Glosse CLXVII
Mittwoch, 24. Juni 2026
Glosse CLXVI
Donnerstag, 23. April 2026
Samstag, 28. März 2026
Glosse CXLIV
Besagter wissenschaftlicher Leiter sprach dann von einem Künstler, der seinem Talent nachgegangen sei und Aquarelle bemalt habe. Der „Leiter der Landessammlungen Niederösterreich“ ist entschuldigt. Er ist Akademiker (Magister), muss also der Sprache nicht mächtig sein, schon gar nicht in freierc Rede. Ein feiner Zwirn genügt für den öffentlichen Auftritt.
Montag, 23. Februar 2026
Glosse CXLIII
Sonntag, 11. Januar 2026
Glosse CXLII
Sonntag, 7. Dezember 2025
Glosse CXLI
„KI-Ära“, das bundesdeutsche Wort des Jahres, ist strenggenommen auch kein Wort, sondern eine Verbindung einer Abkürzung (zwei Wörter) und einem Wort. Ich habe den Ausdruck übrigens vorher noch nie irgendwo gelesen oder jemanden sagen hören.
Donnerstag, 18. September 2025
Glosse CXL
… switcht in seinem Roman immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit und … Was zum Henker tut er? Warum wechselt er nicht einfach immer wieder oder, wenn es technizistisch beliebt, war um schaltet er nicht einfach um oder hin und her? Oder soll das jung und zeitgenössisch klingen, Herr Doktor? Der unbewusste Hass studierter Literaturwissenschaftler auf die deutsche Sprache scheint jedenfalls allzeit unwandelbar.
Freitag, 29. August 2025
Glosse CXXXIX
Mittwoch, 2. Juli 2025
Glosse CXXXVIII
Ist doch egal, ob das was heißt
Donnerstag, 19. Juni 2025
Glosse CXXXVII
Mittwoch, 4. Juni 2025
Glosse CXXXVI
Glotze
Bedauerlich finde ich es aber vor allem, dass mit dem abschätzigen Ausdruck „Glotze“ schon das Fernsehen belegt worden ist, wo er doch heute so gut gebraucht werden könnte, um das Mobiltelephon zu bezeichnen. Lässt sich da nichts machen? Der Wortgebrauch scheint mir ohnehin stark rückläufig, übers Tefau zu meckern in der Internetära zudem weitgehend obsolet. Vielleicht darf man den Ausdruck also als bereits wieder frei geworden betrachten und somit auf besagtes Gerät anwenden.
Denn der Umgang mit diesem ist, soweit ich sehe, genau das: ein Glotzen. Manche sagen: ein Starren, auch das stimmt, aber vom „Handy“ als „Starre“ zu reden, wäre dann wohl doch zu abseitig.
Warum aber nicht „Glotze“? Es wird geglotzt, es wird gewischt, wieder geglotzt, getippt, wieder geglotzt und so weiter und so fort, das kann eine kleine Ewigkeit so gehen, manchmal auch nur ein paar Sekunden, dafür aber immer alle paar Minuten.
Nur selten noch wird geschwatzt. Zu oft, an der Lästigkeit gemessen, wenn es öffentlich geschieht, im Ganzen aber doch seltener, als der Begriff des Telephons vermuten ließe. Es gibt sogar, höre ich und habe es selbst bei einigen bemerkt, Fortgeschrittene, die gar nicht mehr mit dem Mobiltelephon telephonieren. Sie tippen nur noch, was sie zu sagen haben.
Es geht also ums Glotzen, Glotzen, Glotzen, und darum wäre Glotze so ein passender Ausdruck. Ich rate dringend dazu, ihn zu verwenden. Und wäre es auch nur in der pseudanglisierten Form „Glotzy“.
Freitag, 16. Mai 2025
Kein Krieg „bricht aus“
Freitag, 14. März 2025
Reden wir bitte über einen Genitiv
Leider ist ein solcher völlig korrekter und sehr sinnvoller Genitiv etwas, was viele Deutschsprachige scheuen wie der Teufel das Weihwasser. „Merzens“, das klingt ihnen altbacken und umständlich. Entweder behelfen sie sich mit der Umschreibung „von Merz“ oder sie bedienen sich einer der Bizarrerien der deutschen Rechtschreibung: des zweiten Deppen-Apostrophs.
Als solches bezeichne ich gern das Apostroph hinter am Ende mit einem S oder X oder Z geschriebenen Namen: „Mies’“, „Mises’“, „Marx’“, „Merz’“. Damit soll offenkundig der Genitiv bezeichnet werden. Das Besondere (und eben Deppenhafte daran): Diesen vermeintlichen Genitiv kann man nur schreiben, nicht sprechen: „Marx’ Gespenster“ klingt ganz genauso wie „Marx Gespenster“. Aber es fiele den Leuten dennoch im Traum nicht ein, sich an einem solchen Häkchen zu stören, bloß weil es überflüssig ist ― wenn lautlich kein Unterschied besteht, wozu es dann schreiben? ―, und schon gar nicht das unerträglich vorgestrige „Marxens“ zu sagen und zu schreiben.
Als (nach meiner Zählung: erstes) Deppen-Apostroph bezeichnet man bekanntlich das überflüssige Apostroph beim Genitiv-S, das zwar gesprochen, aber eigentlich ohne Apostroph geschrieben wird: „Susi’s Nagelstudio“. ― Manche möchten auch bei „ans“, „fürs“, „ins“ und „ums“ ein Apostroph setzen, wenn es sich Kontraktionen von „an das“, „für das“, „in das“ und „um das“ handelt: „an’s“, „für’s“, „in’“ und „um’s“. Doch ums klar zu sagen: Das ist völliger Quatsch. Denn das Apostroph wird korrekterweise nur beim Weglassen des E verwendet: „um es“ wird zu „um’s“. (Warum man überhaupt irgendetwas anzeigt, was nicht da ist, bleibt unerfindlich.)
Nicht weniger überflüssig und dumm als das zu Recht verachtete Deppenapostroph scheint mir nun, wie gesagt, das unhörbare Apostroph bei am Schliss zischenden Namen. Wenn es in der Aussprache keinen Unterschied macht (und auch keine wglassung bezeichnet), kann es weggelassen werden. Wie schön wäre es, wenn die Leute stattdessen ihre Angst vor alten Formen verlören und „-ens“ sprächen, schieben und zu hören und zu lesen ertrügen! Wübschen darf man sich das ja. Auch wenn es nicht passieren wird.
Übrigens: Eine Steigerung der Bizarrerie ist es, wenn Namen, die gar nicht auf gesprochenem, sondern nur geschriebenem S enden, ebenfalls ein Apostroph verpasst bekommen: „Lukács’ Marx-Lektüre“; der Name ist „Lukatsch“ auszusprechen, da wäre „Lukatschs“ („Lukácss“) ein passabler Genitiv, wenn gleich selbstverständlich „Lukácsens“ deutlicher und schöner.
Samstag, 15. Februar 2025
Mittwoch, 29. Januar 2025
Glosse CXXXV
Dschenie. Auch das noch! Aber es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis die falsche Aussprache französischer Wörter vom anlautenden J auch aufs anlautende G (vor Vokal) übergreifen würde. Dschenie wie dschurnal und dieses wie dschiens und dschob. Gemäß dem alten Grundsatz: Je englischer, desto dümmer.