Freitag, 12. Juni 2026

Triumph des Minderwertigen

Und wieder und wieder frage ich mich, wie kann es sein, dass das Dumme, das eine Gestalt des Bösen ist, dermaßen triumphiert? Das Böse braucht sich in dieser Zeit nicht zu verstellen, zu tarnen, Kreide zu fressen und sich heroisch zu inszenieren. Es kann sich genau so dumm, lächerlich, gierig, schamlos geben, wie es ist ― und die Leute können all das sehen und heißen es dennoch gut. Jedenfalls tun das viel zu viele, früher. als die visuellen Technologien noch dürftig waren, konnte man sagen: Die Leute waren fast (nur fast!) entschuldigt, wenn sie das Erbärmliche, Abstoßende an Mickerlingen wie Mussolini und Hitler (und zuvor Lenin; bei Stalin hatten sie sowieso keine andere Wahl) nicht wahrnahmen. Was hatten sie denn zum Vergleich, wie wenig wurde ihnen vorgeführt und wie fern war ihnen ihr Idol … Heute aber sind die bösen Clowns überlebensgroß sichtbar, ihre Minderwertigkeit versteckt sich nicht, sie ist offensichtlich, und ihre Lügen wären rasch aufzudecken. Es gibt keine Entschuldigungen mehr. Und doch ist der Fanatismus extrem und stabil. Man stellt sich dumm und ist dumm. Völliger Realitätsverlust, geradezu totale Simulation. Triebtäter ohne Hemmung, ohne Verantwortung, fernab der Vernunft und des Gewissens. Was soll nur werden?

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