Freitag, 19. März 2021

Jeder Einzelne zählt

Ein bisschen Schwund ist immer. Mit Verlust ist zu rechnen. Die Vorteile überwiegen die Nachteile. Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Opfer müssen gebracht werden. Augen zu und durch.
Es ist nicht überraschend, aber trotzdem widerwärtig, dass, wenn's drauf ankommt, statt einer Ethik, bei der jeder Mensch gleich kostbar ist, nur blanker Utilitarismus zum Zuge kommt: das größtmögliche Glück der größtmöglichen Zahl; der Rest hat eben Pech.
 
Das schrieb ich unlängst in einem sozialen Netzwerk. Und postete dazu eine Photographie aus Auschwitz von einem Haufen Brillen.
Darauf antwortete mir ein Bekannter, der in letzter Zeit fürs „Mitlaufen“ plädiert:
 
Was bedeutet es denn, dass jeder Mensch gleich „kostbar“ ist in der Realität einer arbeitsteiligen und ausdifferenzierten Gesellschaft?
Darf der eine mit seiner offenen Tuberkulose im Theater rumhusten und sein Umfeld infizieren, weil er nicht an die heilsame Wirkung der Antibiotika glaubt oder deren Nebenwirkungen fürchtet?
Dürften Impfverweigerer den Erfolg der Pockenimpfungskampagne gefährden und Millionen von Opfern riskieren, weil sie individuell Nebenwirkungen befürchten?
Dürfen überall Windräder gebaut werden, nur nicht vor meiner Haustür?
Oder haben wir es nicht auch mit vielen Menschen zu tun, die sich allein schon „aus Prinzip“ verweigern ― oder weil es Spaß macht oder weil „Danke Merkel“?
Einer größtmöglichen Menge an Menschen ein größtmögliches Glück zu ermöglichen wollen, überhaupt Glück zum Maßstab zu erheben, ist doch ein hehres Ziel - und steht in der Ethik dem Nützlichkeitsgedanken doch ausgesprochen stark entgegen.
Der Rest hat eben Pech?
In der Tat, es gibt so etwas, wie Pech, es gibt Menschen, die man mit größtem Einsatz von Ressourcen, Respekt und Achtung nicht glücklich machen kann und es gibt Menschen, die mit einem sehr kleinen Einsatz von Mißachtung viele Menschen unglücklich machen können.
Wo Menschen gemeinsam agieren werden, je größer, je ausdifferenzierter die Kohorte, Entscheidungen getroffen, die dem einzelnen Kompromiss und auch Fügsamkeit abfordern.


Ich antwortete ihm:

„Größtmögliches Glück für die größtmögliche Zahl“ ist die (von Jeremy Bentham stammende) Definition des Nützlichkeitsdenkens (Utilitarismus) und steht also diesem nicht entgegen ― allerdings meinem Verständnis nach jeglicher Ethik, sofern diese auf der völligen Gleichwertigkeit (ich sagte Kostbarkeit) jedes Einzelnen mit jedem anderen Einzelnen beruht, gemäß der Goldenen Regel (Behandelt die Menschen so, wir ihr von ihnen behandelt werden wollt).
Du sprichst von einer „arbeitsteiligen und ausdifferenzierten Gesellschaft“. Wenn Du damit meinst, dass die Verbindung von Profitmaximierungsstreben und konsumistischem Hedonismus, die man Kapitalismus nennt, den diesem Unterworfenen entfremdete Lebensweisen aufzwingt, wären wir uns einig. Es gibt keine richtige Pandemiebekämpfung in einer falsch organisierten Gesellschaft.
Soll der von Dir anscheinend favorisierte Mitmach-Pragmatismus etwa auf eine „normative Kraft des Faktischen“ hinauslaufen? Nach der Devise: Weil es nun einmal so und so ist, muss man sich, ob man will oder nicht, dem anpassen und so und so handeln? Das ist nicht mein Ansatz und nicht einmal mein Thema. Ich bin ein Radikalinski, ein Fundi, ein Extremist und was der Beschimpfungen mehr sind. Mir geht es nicht ums bloß Aktuelle, sondern ums Grundsätzliche und Grundlegende. Ethik und Gesellschaftskritik, meine Tätigkeitsfelder, haben es mit dem Kontrafaktischen zu tun. Mit dem, was sein soll und nicht ist, und dem, was ist, aber nicht sein soll. Ich kritisiere also die schlechten Verhältnisse, aus denen schlechte Verhältnisse hervorgehen. Die Coronalügnerei etwa, die aus der „Normalität“ hervorgeht, interessiert mich nicht als solche, sondern eben als Effekt des Normalen, das ich für schlecht halte: den Weltbürgerkrieg, die Weltwirtschaftsunordnung, die Weltuntergangsmaschinerie, wie immer man es nennen will. Ich sage also im Unterschied zu Dir (ich paraphrasiere) auf keinen Fall: Wenn wir schon in der Scheiße sitzen, lasst uns das Beste daraus machen und Scheiße fressen.
Arbeitsteilung und Ausdifferenziertheit, nun ja. Du hast bei anderer Gelegenheit das Bild von der „Titanic“ gebraucht. Dort ging es auch sehr arbeitsteilig und ausdifferenziert zu! Die einen feierten im Ballsaal, während die anderen unter Deck Kohlen schippten; im Zwischendeck wurde auf engste Raum gestunken und auf bessere Zeiten gehofft. Leicht zu erraten, wer schneller im Rettungsboot war. Das Auflaufen auf den Eisberg und das Sinken und Ertrinken war kein zufälliges Unglück, sondern zwangsläufige Folge der Hybris einer Klassengesellschaft. Man baute ein Luxusschiff (Luxus für die einen, Verheizung für die anderen), das man selbstherrlich für unsinkbar erklärte. Es ist letztlich egal, ob das Ding schlecht gesteuert wurde, es hätte nie gebaut werden dürfen. Du hast mir vorgehalten, dass ich zur Rettung beim Untergang der „Titanic“ nichts beitrüge. Das ist auch nicht meine Aufgabe. Ich bin Philosoph, ich kritisiere den Bau solcher Schiffe und die Verhältnisse die dazu führen. Ich fordere andere Arten und Weisen des Reisens und eine andere Gesellschaft, die ohne Luxusdampfer und fossile Brennstoffe und Ausbeutung auskommt.
Arbeitsteilung gibt es seit Tausenden von Jahren. Nicht die Frage, ob sie nötig ist, um ein bestimmtes zivilisatorisches Niveau zu erreichen und zu erhalten, beschäftigt mich, sondern das Problem, wie sie gestaltet werden müsste, um ein freies und gerechtes Zusammenleben zu ermöglichen und nicht zu verhindern. Wenn Arbeitsteilung und Gerechtigkeit und Freiheit nicht zusammenpassen, dann spräche das gegen die Arbeitsteilung, nie aber gegen das Ziel eine gerechten und freien Zusammenlebens. ― Aber vielleicht geht es bloß darum, dass es möglich wäre, das Zusammenleben so zu ordnen, dass nicht jeder alles machen muss, aber niemand jemanden ausbeutet?
Ob es dabei wirklich ein Problem der Ausdifferenzierung von Lebensstilen ist, dass jemand mit offener Tuberkulose im Theater herumhustet, sich Impfungen verweigert, gegen Windräder demonstriert usw. usf.? Was heißt hier „dürfen“? Gemessen an einer woher zu nehmenden Norm? Nützlichkeit? Für wen? Glück? Wessen Glück?
Ich bin übrigens sehr dafür, eine Kritik der Lebensweisen zu praktizieren. Ethik und Gesellschaftskritik gehen für mich ohnehin Hand in Hand. Wer darf wo husten? Wer soll sich wogegen impfen lassen? Welches Verhältnis zur Erzeugung und zum Verbrauch von Energie ist angemessen? Dazu passend: Dürfen Menschen Flugreisen machen, obwohl das eine massive Schädigung der Umwelt bedeutet? Dürfen sie das, einfach, weil es ihnen Spaß macht, weil es sie irgendwie glücklich macht, egal, was die Folgen für andere sind? Oder ist das Flugzeug als Verkehrsmittel aus ethischen Gründen nicht völlig abzulehnen? Welche Folgen hätte das für die Ökonomien, die vom Massentourismus zu profitieren versuchen?
Um das zu beantworten braucht es klare ethische Kriterien und nicht kurzfristige technische Lösungen. Schon gar nicht als Projekt derer, die dauernd ein „Gemeinwohl“ behaupten, ohne ein solches nachweisen zu können. Bisher wurde noch jedes große politische Verbrechen mit dem „Gemeinwohl“ und einer dringend notwendigen gesellschaftlichen Gefahrenabwehr begründet. Holocaust, GULag, Kulturrevolution, Killing Fields …
In einer unfreien Gesellschaft allerdings ― und in einer solchen leben wir, trotz aller individuellen Freiheiten, weil die Rahmenbedingungen unethisch sind, global wie lokal ― ist eine Abwägung zwischen dem Gut des Gemeinwohls, das der schönen Worte zum Trotz immer nur ein Vorwand für die Macht- und Profitinteressen weniger ist, und dem Gut der individuellen Selbstbestimmung, die bei Lichte besehen immer nur eine auf Widerruf gewährte Zurüstung für die Mitwirkung an den herrschenden Verhältnissen ist, unter solchen Bedingungen also ist diese Abwägung absurd. Selbstverständlich kann auch in einer Räuberbande darüber diskutiert werden, wie die Beute fair zu verteilen ist, aber das Entscheidende ist doch, dass die Beute auf Raub beruht und also auf Unrecht.
Du kannst hier einwenden, man könne ja wohl nicht warten, bis die Gerechtigkeit im Ganzen erreicht sei, wenn man jetzt möglichst richtig handeln wolle. Das stimmt. (Auch wenn es nicht mein Thema ist.) Nur folgt daraus nicht, dass man dem Großen Unrecht zustimmen müsse, um ab und zu ein kleines bisschen Recht zu verwirklichen.
Wenn ein Zweck angeblich nur mit Mitteln zu erreichen ist, die diesem Zweck widersprechen, dann mag das in irgendeiner Weise effektiv sein, aber die geschichtliche Erfahrung lehrt, dass in solchen Fällen ganz andere Zwecke verfolgt und ganz andere Ziele erreicht werden: Die Emanzipation einer Klasse durch die Liquidierung einer anderen, eine Diktatur zur Sicherung von Freiheiten, Massenmord und Zerstörung zur Verwirklichung einer besseren Gesellschaft, Bespitzelung, Gängelung, Manipulation zur Durchsetzung von „Harmonie“: Wir wissen, was daraus wurde und ahnen, was daraus nur werden kann.
Reden wir also über Zwecke. Wie war das mit der „Titanic“? Das Schiff sinkt, Menschen ertrinken und ich rede von den Verbrechen der Reederei? So ist es aber ja in diesem unserem Fall gar nicht. Das Schiff sinkt nicht. Der angeblich Eisberg ist eine wenig bedrohliche Eisscholle. Doch die Reederei versucht, das Schiff zu versenken. Versicherungsbetrug? Mir egal, welchen Profit sich wer wodurch verspricht. Mir geht es um die Profitmacherei als solche.
Manche freilich müssen drunten sterben, / Wo die schweren Ruder der Schiffe streifen, / Andre wohnen bei dem Steuer droben, / Kennen Vogelflug und die Länder der Sterne. (Hoffmannsthal) Ist dem so? Muss es so sein? Kann man wirklich nichts daran ändern?
Zwischen Pech und Pech ist allemal ein Unterschied. Zwischen dem Pech, auf das niemand Einfluss hat, und dem Pech, das die einen über die anderen ausgießen. So zu tun, als seien Todesfälle, die durch schlecht erforschtem, fragwürdig funktionierende und verführt in Umlauf gebrachte Impfstoffe zu Stande kommen, einfach eine Laune der Natur, ist in etwa so sinnvoll, wie es wäre, Abtreibung und plötzlichen Kindstod gleichzusetzen.
Es geht nicht ums Glück. Ums Glück, geht es, wenn überhaupt, nur am Rande. Es geht um Gnade. Anders gesagt: um Würde. Ja, jeder einzelne Mensch ist kostbar, ist auf seine Weise einzigartig, einmalig und von Grund auf bejahenswert. Unterschiede sollte man hingegen unbedingt bei den Handlungen machen. Es gibt nämlich gute und schlechte ― nicht nur effiziente und ineffiziente. Was den Einzelnen opfert, irgendeinen, kann nicht gut sein. Ich weiß, man kann sich allerhand Dilemmata ausdenken (Wenn Terroristen eine voll besetzte Passagiermaschine entführen und sie in eine Stadt zu steuern drohen, darf man sie abschießen?), und mir ist auch klar, dass man den, der in der Praxis anders handelt, als es die Theorie gebietet, nicht immer wird verurteilen wollen.
Aber Ethik durch die Quantifizierung von Rechten zu ersetzen, führt unweigerlich zur Entmenschlichung. Lebenswertes und lebensunwertes Leben: Die Gesellschaft lässt bereits zu, dass Kinder mit Down-Syndrom pränatal exekutiert werden. Soll sich, wer krank und alt ist, nicht besser zum (ärztlich unterstützten) „Selbstmord“ entschließen? Wäre es nicht besser, Menschen so zu züchten, dass bestimmte Erbkrankheiten nicht mehr vorkommen ― und vielleicht sozial unerwünschte Verhaltensweisen auch nicht mehr?
Das eben meint „Biopolitik“: Der Einzelne ist nur noch eine Rechengröße, es kommt auf das Wohl und Wehe einer wie auch immer zu definierenden Bevölkerung an. Dazu passt die Beiläufigkeit, mit der Grundrechte ausgesetzt werden, die doch allesamt Schutzwehren des Einzelnen vor dem Staat sein sollen, also keineswegs Luxusgüter, die der Bequemlichkeit dienen, sondern Alltagserfordernisse zur Wahrung von Würde und Anstand, von Freiheit und Ordnung, von Gerechtigkeit und Sicherheit.
Gemeinnutz geht vor Eigennutz, die Nazi—Redensart ist nur die wohlklingendere Variante von: Du bist nichts, dein Volks ist alles. Dagegen ist daran festzuhalten, dass jeder Einzelne das höchste Gut ist und keiner mit einem anderen verrechnet werden darf, dass die Gesellschaft nur aus den Verhältnissen der Einzelnen zueinander besteht und danach zu beurteilen ist, wie frei und gerecht diese Verhältnisse sind; darüber hinaus hat Gesellschaft nicht nur keinen Wert, als eigenständige Entität existiert sie gar nicht und kann darum gegenüber dem Einzelnen auch keine Rechte haben.
So aber wie gerade jetzt der entfesselte, sich selbst ermächtigende Nationalstaat verfahren ja auch immer schon die mutinationalen Konzerne: Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert. (In der BRD werden „wegen Corona“ die Renten nicht erhöht, also gekürzt.) Die Kosten der Politik trägt letztlich der Einzelne ― und jeder ist ein Einzelner ―, von den Effekten profitieren die, die am Ruder sind.
Und das alles soll man hinnehmen? Gar kritiklos? Nein, mitmachen, wenn das jeweils alternativlose Modell von Realität und Handlungszwang immer wieder umerzählt (erst ging es darum, jedes Leben zu retten, bis hin zum Schwachsinn von „Zero-Covid“, jetzt genügt es, wenn die Vorteile die Nachteile überwiegen) und den Leuten eingeredet wird, sie dürften, ja sie müssten auf Kosten anderer leben, das kann und das will ich nicht. Da liegen Welten zwischen uns.

Samstag, 6. März 2021

Freitag, 19. Februar 2021

Ein Irrtum über Unwahrheit

„Gesundheitsminister Spahn hat absichtsvoll oder irrtümlich viele Fehler gemacht und öffentlich die Unwahrheit gesagt: die Krankheit mit einer Grippe verglichen, den Nutzen von Masken bestritten; er behauptete, es gäbe ausreichend Intensivbetten oder Schutzkleidung (…)“ (Alex Demirović)*
Ein fundamentaler Irrtum. Keine der von Demirović erwähnten Äußerungen Spahns war (im Unterschied zu manch anderem, was der Gesundheitsminister äußert) zu irgendeinem Zeitpunkt falsch. Sie sind es auch jetzt immer noch nicht. Tatsächlich ist die „Pandemie“ als reale Krankheit nicht ärger als eine schwere Grippe. Die Nutzlosigkeit der allgemeinen Maskenpflicht ist ebenfalls als Tatsache erwiesen. Und wie viele (betreute) Intensivbetten nötig sind, darüber kann man streiten, es ist aber m. W. in der BRD oder Österreich noch niemand an einem Mangel an Intensivbetten gestorben (und selbst wenn das der Fall sein sollte: Trifft das dann nur bei Covid-19 oder auch bei anderen Erkrankungen zu?).
Zur „Unwahrheit“ wurde Spahns wahre Behauptungen erst durch Änderungen des Narrativs, genauer: durch die Durchsetzung derjenigen Varianten des Narrativs, die, im Gegensatz zu jeder sachlich-nüchternen Betrachtungsweise, die intensivere Terrorisierung der Bevölkerung erlauben.
Inzwischen weiß selbstverständlich jeder Coronagläubige, dass man Covid-19 und Influenza auf keinen Fall vergleichen darf, dass das Maskentragen unbedingt nötig ist und dass die Intensivstationen hart an der Überlastungsgrenze arbeiten. Das aber konnte Spahn zu Beginn der auch von ihm herbeigeführten „Krise“ noch nicht wissen, denn es war damals noch nicht so ― und ist auch heute nicht so, aber mittlerweile hat man es geschafft, den Diskurs über Statistiken besser zu beherrschen, sodass einfach nur das wahr ist und wahr sein kann, was sich in Übereinstimmung mit den politischen Vorgaben befindet, während alles, was dem widerspricht (und wäre es das eigene Zahlenmaterial, unvoreingenommen gedeutet), als „Verschwörungstheorie“ außerhalb des Diskurses bleiben muss. Dass zu diesem unerfreulichen Zustand auch „linke“ Intellektuelle wie Alex Demirović ihr Scherflein beitragen, mag man bedauern.

* https://www.zeitschrift-luxemburg.de/ueber-die-null-hinaus-denken/

Samstag, 23. Januar 2021

Gewissensfragen

1. Glaubst Du daran, dass Personen, deren PCR-Text positiv ausfällt, „infiziert“ und sogar „krank“ sind? (Oder hältst Du diese amtliche Definition von „Corona-Fällen“ für nicht sachgerecht und irreführed?)
2. Glaubst Du daran, dass die „Infektionszahlen“ und deren Steigen und Fallen unabhängig von der Zahl der zu Grunde liegenden Testungen aussagekräftig sind, obwohl weder die Tests noch deren Durchführung noch deren Auswertung standardisiert sind und unabhängig kontrolliert werden? (Oder hältst du es für wichtig, zwischen positiv Getesteten und wirklichen Kranken, solchen mit Symptomen, zu unterscheiden?)
3. Glaubst Du daran, dass die Zahl der „in Verbindung mit Covod-19“ Gestorbenen erschreckend hoch ist, weil es richtig ist, auch die mitzuzählen, die an ganz anderem verstorben sind, aber irgendwann einmal positiv getestet waren? (Oder sollten Deiner Meinung nach nur die als „Corona-Tote“gelten, die auch wirklich nachweislich an Covid-19 verstorben sind?)
4. Glaubst Du daran, dass das Covid-19 etwas quantitativ und qualitativ von einer Grippe prinzipiell Verschiedenes ist? (Oder siehst Du, dass die amtlichen Zahlen und Graphiken, wenn man sie richtig vergleicht, das gar nicht hergeben?)
5. Glaubst Du daran, dass nicht nur Menschen mit geschwächte Immunsystem ein hohes Risiko der Erkrankung, des schweren Krankheitsverlaufes oder sogar des Todes haben, sondern alle? (Oder verstehst Du die amtlichen Zahlen und Angaben über Alter, Vorerkrankungen und Lebensweise der Betroffenen und weißt darum, dass es nur sehr wenige sind?)
6. Glaubst Du daran, dass auch „Junge und völlig Gesunde“ in beachtlicher Zahl schwer krank werden, oft sogar sterben oder zumindest schlimme Folgesymptome haben? (Oder hältst Du das für bestenfalls ungeklärte Berichte, schlimmstenfalls für Märchen?)
7. Glaubst Du daran, dass es dringend nötig ist, Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen, desto abschließender, desto besser, um andere vor Dir zu schützen, obwohl Du gar nicht krank bist? (Oder hältst Du das für überflüssig und in vielen Fällen sogar schädlich?)
8. Glaubst Du daran, dass Du Mund-Nasen-Bedeckungen tragen solltest, um Dich selbst zu schützen? (Oder ist Dir unangenehm, dass Du durch die Maskierung ― von der man ursprünglich sagte, sie diene nicht dem Selbstschutz, sondern dem Fremdschutz ― schlechter Luft bekommst, was nicht gesund sein kann, von den seelischen Folgen des Verbergens voreinander gar nicht zu reden?)
9. Glaubst Du daran, dass es richtig und wichtig ist, dass Menschen möglichst wenig körperlichen und sogar räumlichen Kontakt miteinander haben? (Oder hast Du mitbekommen, dass ein Infizierter 15-20 Minuten auf jemanden einreden, ihn anhusten, anlachen ansingen müsste, damit eine Übertragung von Erregern überhaupt wahrscheinlich wird?)
10. Glaubst Du daran, dass es richtig ist, alte oder aus anderen Gründen pflegebedürftige Menschen wochen- und monatelang von ihren Angehörigen zu isolieren? (Oder findest Du das grausam und gesundheitsgefährdend?) 
11. Glaubst Du daran, dass jene Wissenschaftler, die Horrorszenarien entworfen haben und dies zum Teil weiter tun, auf auf strikt wissenschaftlicher Grundlage handeln? (Oder bemerkst Du das Willkürliche und Spekulative, den entscheidenden Mangel an gesicherter Evidenz an ihren Behauptungen?)
12. Glaubst Du daran, dass „die Medien“ überwiegend sachlich und nüchtern berichten? (Oder durchschaust Du die allgemeine Panikmache und Hysterisierung?)
13. Glaubst Du daran, dass Politiker schon wissen, was sie tun, wenn sie ihre „Maßnahmen“ beschließe und durchsetzen? (Oder misstraust Du ihrer Kompetenz, weil sie sie auch sonst nicht gezeigt haben?)
14. Glaubst Du daran, dass die dieselben Politiker, die sonst damit beschäftigt sind, ein nationales und globales Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung zu erhalten und auszubauen, die Reiche reicher macht und Armut produziert, während die mittleren Gesellschaftsschichten mit Brot und Spielen ruhig gehalten werden, nun zu um die Gesundheit jedes Einzelnen besorgte Menschenfreunde sind? (Oder verachtest Du die Funktionäre eines Systems, das weltweit Ausbeutung, Umweltzerstörung, Krieg, Elend, Krankheit, Würdelosigkeit und Verdummung nicht nur in Kauf nimmt, sondern aktiv fördert?)
Wenn Du diese Fragen guten Gewissens mit Ja beantworten musst (und nicht die in den Klammern genannten Alternativen), lebst Du in einer Wahnwelt und solltest Dir dringend fachliche Hilfe suchen.

Dienstag, 12. Januar 2021

Mein erster Corona-Toter

X. ist gestorben, der Mann einer Cousine dritten Grades, also ein angeheirateter Cousin. Wir hatten über die Jahre nur wenig Kontakt. Zuletzt trafen wir einander zufällig auf dem Klostermarkt in Heiligenkreuz, im Advent 2019. Ein herzliches Wiedersehen, auch mit anderen Verwandten. Nun ist X. tot. Mein erster Corona-Toter. Millionen Tote hatten Drosten & Co. uns vor Jahr und Tag angedroht, und Kanzler Kurz hatte verkündet, jeder werde jemanden kennen, der an Corona verstorben sei. Ich kannte bisher, nach immerhin einem Jahr Corona-Wahnsinn, keinen einzigen Menschen persönlich, der, wie die quasi-offizielle Formel derzeit lautet, im Zusammenhang mit Corona gestorben ist. Jetzt kenne ich einen. Meinen Cousin X. Freilich, er ist nicht etwa „an oder mit Corona“ gestorben, hatte also weder eine Infektion mit SARS-Cov2, noch starb er an Covid-19. Der Zusammenhang ist ein anderer. Sie haben ihn umgebracht. X. war nämlich herzkrank. Er hätte dringend eine neue Herzklappe gebraucht, aber die Operation wurde aufgeschoben. „Wegen Corona.“ Gestern starb X., weil er nicht operiert worden war. Weil etwas, was wohl ein Routineeingriff ist, in Zeiten wie diesen als nicht dringlich und daher aufschiebbar eingestuft wurde, obwohl es allerdings sehr wohl dringlich gewesen wäre, weil offensichtlich lebensverlängernd, lebensrettend. Man kann es also redlicherweise nicht anders sagen als: Sie haben ihn umgebracht. Mir „sie“ meine ich weniger die Ärzte, die sich in einem absurden Gesundheitssystem bewegen, wo Fehlentscheidungen systembedingt an der Tagesordnung sind, sondern ich meine vor allem die Politiker und Journalisten und alle deren Gefolgsleute und Unterstützer in der Bevölkerung, die für die Panikmache und Hysterie rund um Corona, für die sogenannte „Krise“ verantwortlich sind. X. ist unmittelbar ein Opfer der gegenwärtig herrschenden Zustände, von Falschinformation, Übertreibung, Fehleinschätzung, Angsterzeugung, Unterwürfigkeit, Kritikunfähigkeit, politischem Machtrausch. Ein Corona-Toter. Mein erster. Ich hoffe sehr: mein letzter.