„Mein Umweg über China hat nichts
mit Exotik zu tun. Ich habe mich China zugewandt, um einen Abstand
vom europäischen Denken zu bekommen.“ (Francois Jullien)
Ist das nicht die
Definition von Exotik: Das Fremde als reizvoller Kontrast zum
Eigenen?
Mit Hinduismus kenn ich mich ja nicht
so gut aus. Mir scheint, die darin üblichen Praktiken sind zum Teil
Jahrtausende alt. Und nun müssen plötzlich Frauen in Tempel? Warum?
Weil die westliche Zivilisation das Dogma der Gleichheit der
Geschlechter predigt?
Der rotchinesische Chefdiktator
erklärt, sich Taiwan unter den Nagel reißen zu wollen,
erforderlichenfalls mit Gewalt — und das ist eine Meldung unter
„Ferner liefen“? Wo bleibt der Aufschrei? Wo der Protest der
„internationalen Gemeinschaft“? Wo die Sanktionen gegen ein
verbrecherisches Regime, das unverhohlen mit Gewalt droht? Sind die
Bürger der Republik China („Taiwans“) vogelfrei, weil die
„internationale Gemeinschaft“ vor Jahrzehnten beschlossen hat,
die völkermörderische Volksrepublik als das eigentliche China
anzuerkennen und damit auch die nationalkommunistische Sichtweise von
„Taiwan“ als „abtrünniger Provinz“ Rotchinas zumindest
implizit zu teilen?
„Brasiliens neuer Präsident
Bolsonaro äußert sich frauenverachtend, rassistisch, homophob, und
er will den Umweltschutz beschneiden. Die Finanzmärkte quittieren
seine ersten Tage im Amt trotzdem mit Begeisterung.“
Trotzdem? Wieso „trotzdem“? Da hat
bei Spiegel online mal wieder jemand den Kapitalismus nicht
verstanden.
„Marktwirtschaft“ und Demokratie,
Populismus und Menschenverachtung (inklusive Ausbeutung, Verdummung
und Umweltzerstörung) sind im Wesentlichen dasselbe.