Die Verpflichtung eines Schriftstellers ist es durchaus, die Verhältnisse zu kennen, in denen er lebt und in denen seine Mitmenschen leben. Nicht verpflichtet ist er auf schöne Worte. Schöne Worte machen sie alle, auch und gerade die Verführer; nun ja, was man halt so für schön hält.
Jedenfalls muss er wissen, was Sache ist, sonst ist, was er schreibt, so geschickt oder erhebend oder berührend oder einfühlsam es auch sein mag, bloßes Geschreibsel.
Wenn er Unrecht bemerkt, aber nicht anklagt, ist er Komplize. Ebenso, wenn er Leid sieht. Oder wenn er wegschaut und nichts bemerken will.
Ein Schriftsteller muss nicht Politik machen. (Er darf es aber, wie ein Schuster oder eine Waldpädagogin.) Und was er schreibt, muss nicht „politisch“ in dem Sinne sein, dass er Vorschläge zur Weltverbesserung macht. Aber er muss sich der Realität stellen, und die besteht nun einmal im Zusammenleben der Menschen und den herrschenden Verhältnisse. Nimmt er alles einfach hin, ist er dumm oder boshaft.
Es soll Haltung zeigen. Macht er einfach nur sein Ding, ohne sich um die ethischen Implikationen und Extrapolationen der Wirklichkeit und seiner Erfindungen zu scheren, führt er den Lesern vor, dass man ignorant sein kann und trotzdem Ästhet. Will er das?
An einen Schriftsteller ist die selbe Forderung zu richten wie an den Schuster und die Waldpädagogin: Sei ein anständiger Mensch, verführe nicht zum Bösen. Niemand kann verlangen, dass einer ein guter Schriftsteller sei (oder ein guter Schuster); es darf auch Versager geben. (Notfalls wendet man sich halt an einem, der's kann.) Von jedem aber darf verlangt werden, dass er ein guter Mensch sei.
Jedenfalls muss er wissen, was Sache ist, sonst ist, was er schreibt, so geschickt oder erhebend oder berührend oder einfühlsam es auch sein mag, bloßes Geschreibsel.
Wenn er Unrecht bemerkt, aber nicht anklagt, ist er Komplize. Ebenso, wenn er Leid sieht. Oder wenn er wegschaut und nichts bemerken will.
Ein Schriftsteller muss nicht Politik machen. (Er darf es aber, wie ein Schuster oder eine Waldpädagogin.) Und was er schreibt, muss nicht „politisch“ in dem Sinne sein, dass er Vorschläge zur Weltverbesserung macht. Aber er muss sich der Realität stellen, und die besteht nun einmal im Zusammenleben der Menschen und den herrschenden Verhältnisse. Nimmt er alles einfach hin, ist er dumm oder boshaft.
Es soll Haltung zeigen. Macht er einfach nur sein Ding, ohne sich um die ethischen Implikationen und Extrapolationen der Wirklichkeit und seiner Erfindungen zu scheren, führt er den Lesern vor, dass man ignorant sein kann und trotzdem Ästhet. Will er das?
An einen Schriftsteller ist die selbe Forderung zu richten wie an den Schuster und die Waldpädagogin: Sei ein anständiger Mensch, verführe nicht zum Bösen. Niemand kann verlangen, dass einer ein guter Schriftsteller sei (oder ein guter Schuster); es darf auch Versager geben. (Notfalls wendet man sich halt an einem, der's kann.) Von jedem aber darf verlangt werden, dass er ein guter Mensch sei.
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