Dat ischa gediegen: Hamburgs schwules Stadtmagazin „Hinnerk“ illustriert in seiner aktuellen Ausgabe einen vom Chefredakteur Stefan Mielchen gezeichneten Artikel zum örtlichen CSD 2011 unter dem Titel „Traut! euch! Zeigt euch!“ allen Ernstes mit einem jungen Mann und einer jungen Frau, die, soweit man das sehen kann, auf einer Regenbogenfahne liegen. Ausgerechnet ein gegengeschlechtliches Paar wird also abgebildet, wenn man den Gleichgeschlechtlichen zuruft, sie sollen sich trauen und sich zeigen. Da die ganze Traute aber wohl ohnehin nur darin bestehen soll, möglichst normal zu sein und darum vor allem gefälligst endlich zu „heiraten“ (also sich zu verpartnern), wie alle anderen braven Bürger und Bürgerinnen auch, ist das biedere Bild im Grunde gar kein so schlechter Einfall. Symbolisch steht so am Ende der homosexuellen Emanzipationsbewmühungen wieder das klassische Mann-Frau-Paar. (Dass der Mann, soweit man sehen kann, nackt, tätowiert und körperrasiert ist und die Frau eine Brille trägt, sind beiläufige Konzessionen an die herrschenden Klischeevorstellungen davon, wie die Neben-Heteros eben so aussehen.) Zur ikonographischen Vollendung fehlt in dem Bild vom heterosexualisierten Homo-Glücksfall nun eigentlich nur noch die Schlange, die Adam und Eve zuzischelt: Traut euch und beißt in den verdammten sauren Apfel! Und ihr werdet sein wie Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher. Sie dürfen die Braut jetzt küssen. Na, denn man Proost!
Samstag, 30. Juli 2011
Dienstag, 26. Juli 2011
Aufgeschnappt (bei einem Weltverbesserer)
Der Calvinismus ist eine Terror-Theorie.
Prof. Dr. Jean Ziegler (Soziologe, Politiker, Autor)
Montag, 25. Juli 2011
Terrorismus-Expertise neben der Spur (3)
Selbstverständlich bin ich bei weitem nicht der enizige, dem das Geschwätz der „Terrorismus-Experten“ sauer aufstößt. In der taz hat Karim El-Ghawry den sympathischen Vorschlag gemacht, auch im Hinblick auf den baldigen zehnten Jahrestag des 11. Septembers, alle Terrorexperten abzuschaffen. Zu seinem Plädoyer angeregt dürfte ihn außer Rainald Becker auch Georg Thamm von N24 haben sowie ganz ähnlich geartete gestalten im englischsprachigen Raum. Er bringt ganz erstaunliche Zitate! Und lesenswert sind zu diesem Thema auch seine Facebook-Einträge.
Stefan Niggemeier stellt in der FAZ kategorisch fest: „Wer solche Experten kennt, braucht keine Laien.“ Recht hat er. Auch er beschreibt sehr schön das journalistische Versagen der spekulationsgeilen Kollegen und Kolleginnen. Einfach herrlich, was er bei n-tv gehört hat: „Die Norweger an sich gelten als sehr freundliches Volk. Da ist es umso erstaunlicher, dass an einem Freitagnachmittag so plötzlich eine solche Explosion stattfindet dieser Heftigkeit.“ Dem vorausgegangen sei ein Satz, der meiner Meinung nach als Motto der Berichterstattung jenes Tages gelten darf: „Dann lassen Sie uns ein bisschen spekulieren.“ Am Ende bringt Niggemeier eine Information, die die ganze Desinformationsblase zerplatzen lässt: „Laut Europol wurden im vergangenen Jahr in der EU 249 Terroranschläge verübt. Drei davon hatten einen islamistischen Hintergrund.“
Stefan Niggemeier stellt in der FAZ kategorisch fest: „Wer solche Experten kennt, braucht keine Laien.“ Recht hat er. Auch er beschreibt sehr schön das journalistische Versagen der spekulationsgeilen Kollegen und Kolleginnen. Einfach herrlich, was er bei n-tv gehört hat: „Die Norweger an sich gelten als sehr freundliches Volk. Da ist es umso erstaunlicher, dass an einem Freitagnachmittag so plötzlich eine solche Explosion stattfindet dieser Heftigkeit.“ Dem vorausgegangen sei ein Satz, der meiner Meinung nach als Motto der Berichterstattung jenes Tages gelten darf: „Dann lassen Sie uns ein bisschen spekulieren.“ Am Ende bringt Niggemeier eine Information, die die ganze Desinformationsblase zerplatzen lässt: „Laut Europol wurden im vergangenen Jahr in der EU 249 Terroranschläge verübt. Drei davon hatten einen islamistischen Hintergrund.“
Aufgeschnappt (bei einem Norweger) II
Dies ist nicht die Zeit, nach Rache zu schreien, aufzugeben oder in Furcht zu leben. Unsere demokratischen Grundsätze sollten niemals extremen Aktionen den Platz überlassen. Aus Achtung vor den Toten und ihren Angehörigen werden wir stattdessen damit beginnen, eine bessere und offenere Gesellschaft aufzubauen.
Fabian Stang (Bürgermeister von Oslo)
Aufgeschnappt (bei einem Norweger) I
Ich glaube nicht, dass Sicherheit Probleme lösen kann. Wir müssen zu noch größerem Respekt erziehen.
Fabian Stang (Bürgermeister von Olso)
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