Sonntag, 11. Oktober 2026

Rasche Notiz über die Verhältnisse

Das Staatsversagen ist kein Zufall. Auch die Unfähigkeit der Politiker nicht. Nicht alles ist bis in Kleinste geplant. Aber die Richtung stimmt. Wenn alles funktionierte, wenn jeder zu seinem Recht käme, wenn all der Unsinn aufhörte, wo käme man denn da hin? Es muss so sein, dass alles holpert und stolpert, zwickt und schlabbert, ruckelt und zuckelt und sich in die Länge zieht, weil der Staat nicht für seine Untertanen arbeitet, sondern diese für dessen Auftraggeber. An einem Gemeinwesen mit Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Wohlergehen für jedermann, besteht überhaupt kein Interesse. Es ist so langweilig wie wahr: Die Reichen sollen noch reicher werden, auf Kosten aller. Die Großen fressen die Kleinen. Und der Staat hält die in Schach, gegen deren objektive Interessen gehandelt wird. Ob als Diktatur (igitt) oder Demokratie (hurra) verhindert die organisierte Gewalt, dass die Menschen sich selbst um ihre Angelegenheiten kümmerten und dabei zu anderen Ergebnissen kämen als ihre Ausbeuter. Und das wird so bleiben, bis man es ändert. Aber wer will das schon? Es ist doch viel angenehmer, brav mitzumachen, sich anzupassen, genehmigten Spaß zu haben und sich ablenken zu lassen. Als immer rumzunörgeln und etwas Besseres als den Tod finden zu wollen.

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