Sonntag, 18. Oktober 2026

Über das Reisen

Die Leute reise irgendwohin und kehren als dieselben zurück, die sie vorher schon waren. Das Reisen hat sie überhaupt nicht verändert. So gesehen war es sinnlos. Sie bringen zwar souvernirs mit zurück, Eindrücke oder Dinge ― und besonders gerne Photographien und Filme, die das Erlebnis und die lebendige Erinnerung ersetzen ―, aber das sind Versatzstücke, die nichts besagen, beliebig und unpersönlich.

Sie sind irgendwo hingereist. Sie werden, wenn sie es sich leisten können, wieder irgendwo hinreisen. Die Orte sind geradezu austauschbar. Man war irgendwo, man ist irgendwo, man wird irgendwo sein. Es gibt das Zuhause und drumherum die Fremde, von der man ausschnittsweise vorübergehend Gebrauch macht, gegen Entgelt, weshalb sie eine Ware ist. Reisen gehört zum Lebensstil. Es hat nichts Existenzielles, es ist ein Accessoire, das man sich gönnt.

Fast alle reisen nur, weil andere das machen, und kehren mit dem befriedigenden Gefühl zurück, dass es zu Hause am schönsten ist.

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