Mittwoch, 25. März 2026

Hass auf Israel

Die Journalistin Ana Kasparian hat klargestellt. „Ihr werdet nicht gehasst, weil ihr jüdisch seid. Ihr werdet gehasst, weil ihr unschuldige Menschen tötet.“ Sie weist damit den Vorwurf zurück (der beispielsweise in der BRD Staatsdoktrin ist), sich gegen Israels Verbrechen auszusprechen, sei „antisemitisch“. Kasparian erklärt, dass sich ihr Zorn nicht gegen das jüdische Volk, sondern explizit gegen den Zionismus und die Politik der israelischen Regierung richte, insbesondere angesichts der andauernden, verheerenden zivilen Opferzahlen in Gaza, Libanon und Iran.
Kasparian hat völlig Recht. Allerdings muss man andererseits auch sagen, dass alle jüdischen Organisationen, einschließlich der Kultusgemeinden, die entweder Israel erlauben, im Namen aller Juden zu sprechen, oder die Israel sogar unterstützen (egal, ob „im Prinzip“ oder in jeder Hinsicht) und die sich nicht wahrnehmbar und unmissverständlich gegen die zionistischen Verbrechen Stellung zu beziehen, nichts anderes als Komplizen sind.
Das gilt auch für jeden einzelnen, der je in der Öffentlichkeit „als Jude“ gesprochen hat und sich, beispielsweise als Zeitzeuge oder Intellektueller, für zuständig hält, über Politik und Moral, Gewissen und Unrecht zu reden. Wer nichts gegen Israel sagt, wer nicht ohne Vorbehalt Verbrechen Verbrechen nennt, soll schweigen. Wer aber schweigt, stimmt zu, und wer zustimmt, hilft mit.
Zudem geht es nicht nur um den Mord an Unschuldigen und Zivilisten. Man darf auch angebliche oder tatsächliche Kombattanten nicht ohne weiteres massakrieren, und auch im Krieg (den wer wem erklärt hat?) hat jeder als unschuldig zu gelten, der nicht in einem ordentlichen Verfahren von einem unabhängigen und zuständigen schuldig gesprochen wurde. Einfach so „Feinde“ abzumurksen, ist kriminell. Massenhaft Menschen zu töten, zu verletzten, zu Vertreiben, ihrer Lebensgrundlagen zu berauben, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Das kann man wollen. Aber dann ist man hassenswert. Man kann es auch billigen oder beschweigen. Aber dann ist man ebenfalls hassenswert. Ja, Hass ist hässlich und nichts Gutes. Aber manchmal ist er berechtigt und unvermeidlich.

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