Nicht die Barbaren sind es, also die Subalternen, die Marginalisierten, die Ausgesperrten von jenseits der Grenze (zwischen unserer Kultur und deren Zurückgebliebenheit), die man fürchten muss, sondern die Hyperbarbaren sind es, also die angeblich Hochzivilisierten, die sich für grundsätzlich überlegen halten und diese Einstellung durchsetzen, die sich immer wieder dafür entscheiden, grausam, unmenschlich, bedenkenlos, destruktiv zu sein, die alles ihrer Gier, ihrem Hochmut, ihrer Lust unterordnen und opfern. Die Barbaren sind nur ein Popanz, mit dem man sich derer zu erwehren versucht, die man abwertet und braucht, deren unterstellte Andersartigkeit, zu Ende gedacht, einen in Frage stellen müsste, ein immer verfügbares Feindbild, mit dem man droht, wenn man die eigene Herrschaft bedroht fühlt. Die „Hyperbarbaren“ aber sind die schreckliche Realität.
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