Dienstag, 3. Januar 2017

Notiz zur Zeit (5)

Bundesausreisezentren. Gegen etwas, das sich so harmlos anhört, kann doch keiner was einwenden. Und Flucht übers Mittelmeer heißt künftig Badeurlaub.

Notiz zur Zeit (4)

Wenn, wie sich die Kommentatoren der Leitmedien einig zu sein scheinen, effiziente Polizeiarbeit ohne racial profiling gar nicht möglich ist (die Verfassung Diskriminierung auf Grund von Herkunft aber doch verbietet), muss man wohl oder übel die Polizei als verfassungswidrig abschaffen. Und sollte sich, wie zu vermuten steht, herausstellen, dass der Staat ohne Polizei nicht auskommt, muss man wohl oder übel den Staat als verfassungswidrig abschaffen. Man kann also nur beides haben, Menschenwürde und Anarchie, oder aber man hat mit Sicherheit Gewalt, Ausbeutung, Herrschaft, Entwürdigung, Verblödung, Destruktivität.

Montag, 2. Januar 2017

Notiz zur Zeit (3)

„Auch nach Überzeugung der Bundespolizei benutzen die Beamten den Begriff ‘Nafri’ keineswegs, um Menschen aus Nordafrika pauschal abzuwerten. ‘Das ist lediglich eine Abkürzung für nordafrikanische Intensivtäter und ist keinesfalls rassistisch oder als Schimpfwort gemeint’, sagte Ernst Walter, der Vorsitzende der Deutschen Bundespolizeigewerkschaft (DPolG). ‘Wenn eine nordafrikanische Person in Verdacht steht, eine Straftat zu begehen, ist sie ein „Nafri“.’ (welt.de) Na dann.

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„Die Bundespolizei habe zuvor schon aus den Zügen gemeldet, dass ‘hochaggressive’ Gruppen nach Köln unterwegs seien.“ Ich bin seit knapp 50 Jahren immer mal wieder in deutschen Zügen unterwegs. Dabei habe ich nie - ich wiederhole: nie! - etwas Aggressiveres erlebt als (Bundes-)Polizisten, die gerade mit rassistischen Kontrollen befasst sind.

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Noch ungeheuerlicher als die menschenverachtenden Sprachgewohnheiten der Polizei ist es, im Ertappungsfall zu sagen, derlei sei doch bloß „ein Arbeitsbegriff, der nicht in die Presse gehört“. Intern ist Rassismus also okay (weil wertneutral-technisch), nur vor der mäkeligen Öffentlichkeit (linksliberales Gesocks) soll man ihn halt verstecken?

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Wow, am 2. Januar habe ich schon einen Vorschlag fürs Unwort des Jahres: „Leitkultur nordafrikanischer Prägung“. Während „Nafri“ bloß menschenverachtend ist, ist die Wortschöpfung Jasper von Altenbockums auch noch zynisch.

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Neuer Gipfel der Infamie: Die rassistische Polizeipraxis 2016/17 mit dem rassistischen Mythos der „massenhaften sexuellen Übergriffe auf deutsche Frauen durch Nordafrikaner“ 2015/16 zu rechtfertigen.
 

Sonntag, 1. Januar 2017

Noziz zur Zeit (2)

„Jetzt versperrte die Polizei am Hbf Hunderten vornehmlich Nordafrikanern den Weg zur Domplatte.“ (ARD-Text) Merke: Echter Rassismus ist in Deutschland sogar noch beliebter als eingebildete Frauenfeindlichkeit.

Notiz zur Zeit (1)

Als ich die Schlagzeile „Der Hunger ist ein Tyrann, dem wir trotzen sollten“ las, dachte ich mir: Das ist aber eine merkwürdige Formulierung des Welternährungsproblems. Dann stellte ich fest, es geht gar nicht um das aberwitzige Unrecht, dass Millionen Menschen hungern oder schlecht ernährt sind, sondern um Luxusproblem wie Heilfasten und solchen Scheiß. Da kommt mir ja die kalte Frühstückspizza hoch! Frau Lutterotti von der FAZ, Sie sollten sich was schämen!